Frühe Hilfen brauchen noch Unterstützung

13. August 2015, 14:52
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Angebot für überforderte Schwangere und Eltern von bis zu dreijährigen Kindern im Ausbau – Kinder-Reha-Standorte sollen Ende 2015 feststehen

Wien – Es wird knapp: Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger widmete das Jahr 2015 der Kindergesundheit. Zwei Kernvorhaben werden aber erst knapp vor dem Jahreswechsel auf Schiene gebracht. So werde derzeit an der Ausschreibung der Kinder- und Jugendrehabilitationszentren gearbeitet, wie Hauptverbandschef Peter McDonald am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mitteilte. Bis Jahresende soll klar sein, an welchen vier Standorten die Reha-Zentren mit insgesamt 343 Betten entstehen sollen und wer sie betreiben wird.

Ein zweiter Schwerpunkt zur Förderung der Kindergesundheit sind die Frühen Hilfen. Bis Jahresende soll es in jedem Bundesland mindestens eine Modellregion dafür geben. Schwangere beziehungsweise Eltern eines Kindes von bis zu drei Jahren sollen bei Anzeichen auf Überforderung von Ärzten, Pflegepersonal oder Hebammen an Familienbegleiter verwiesen werden. Diese sollen sie zum Beispiel bei Problemen mit Behörden oder finanzieller Natur, in Gesundheits- oder Ernährungsfragen an entsprechende Hilfsangebote vermitteln. So soll Entwicklungsstörungen, psychischen und physischen Erkrankungen vorgebeugt werden.

Hilfe für fünf bis sieben Prozent

In Deutschland gibt es Frühe Hilfen seit 2007. Auch in Vorarlberg existieren sie bereits flächendeckend. Die Erfahrungen dort zeigten laut Hauptverband, dass fünf bis sieben Prozent der Familien in den ersten Lebensjahren eines Kindes Unterstützung brauchen. Seit April 2013 wurden fünf weitere Modellregionen in Wien, Nieder- und Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten etabliert, rund 200 Familien bekamen Hilfe.

Die 600.000 Euro für das bis Ende 2015 laufende Projekt kommen vom Rahmen-Pharma-Vertrag der Sozialversicherung mit der Pharmawirtschaft. Für die Finanzierung der Fortführung müsse man mit den Ländern verhandeln, sagte McDonald. Diese seien prinzipiell "mit an Bord", teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. (Gudrun Springer, 13.8.2015)

  • Wenn Eltern mit dem Nachwuchs überfordert sind, sollen Familienbegleiter sie zu den vorhandenen Hilfsangeboten führen.
    foto: ap photo/paul white

    Wenn Eltern mit dem Nachwuchs überfordert sind, sollen Familienbegleiter sie zu den vorhandenen Hilfsangeboten führen.

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