Team aus Gaza passierte für Finalrückspiel Grenze zu Israel

12. August 2015, 16:00
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Für Spiel in Hebron – Erstmals seit 2000 können palästinensische Clubs Meister küren

Erstmals seit Jahren hat ein Fußballclub aus dem Gazastreifen die Grenze nach Israel überqueren dürfen, um im besetzten Westjordanland das Entscheidungsspiel um die palästinensische Meisterschaft bestreiten zu können. Der palästinensische Fußballverband bestätigte, dass die Transitreise angetreten werden konnte.

Auch die im israelischen Verteidigungsministerium für palästinensische Zivilangelegenheiten zuständige Abteilung Cogat, meldete auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Ausreise und wünschte "für das Match viel Glück".

In Hebron

Das Entscheidungsspiel um die palästinensische Fußballmeisterschaft hat auch hohe politische Bedeutung, weil es wegen der Reiserestriktionen Israels und wegen der Zerwürfnisse zwischen den wichtigsten Palästinensergruppen im Gazastreifen und im Westjordanland erstmals seit dem Jahr 2000 stattfinden kann. Es soll am Freitag in Hebron ausgetragen werden.

Der dortige Club al-Ahli, Meister im Westjordanland, hatte vergangene Woche in den Gazastreifen reisen können, wo das Hinspiel gegen den lokalen Meister Shejaya mit einem torlosen Unentschieden endete. Im Rückspiel entscheidet sich nun, welcher Verein die palästinensischen Farben in der asiatischen Champions League vertreten darf.

Die Koordination des Transits über Israel war für beide Finalspiele nicht einfach; da der Gazastreifen seit 2007 von der radikalislamischen Hamas kontrolliert wird, die in mehrere kriegerische Auseinandersetzungen mit Israel verwickelt war, ist ein Passieren der Grenze zu Israel für die dortigen Spieler besonders schwierig. Das eigentlich für vergangenen Sonntag angesetzte Rückspiel musste mehrfach verschoben werden, weil die Cogat darauf beharrte, vor der Visa-Erteilung mehrere der Spieler aus dem Gazastreifen zu befragen.

Ausreiseerlaubnis

"Alle 35 Mitglieder der Delegation des Klubs von Schedschaja", einem im Gazakrieg 2014 stark zerstörten Vorort von Gaza, "konnten letztlich ausreisen", bestätigte Ismail Matar vom Palästinensischen Fußballverband. "Israel hat zwei Stunden lang drei der Spieler verhört, bevor sie die Ausreiseerlaubnis erhielten", ergänzte Matar.

Die Palästinenser hatten die von Israel verantworteten Reisebehinderungen insbesondere bei internationalen Begegnungen der Nationalelf in den vergangenen Jahren massiv beim Weltfußballverband FIFA beklagt, dem sie seit 1998 angehören. Im April waren sie beim FIFA-Kongress mit dem Antrag gescheitert, Israel aus dem Weltverband auszuschließen. Der Vorstoß und die Bildung einer Kommission zur Untersuchung der Beschwerden haben eine deutliche Lockerung der israelischen Restriktionen bewirkt. (APA, 12.8.2015)

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