Hitze und Trockenheit: In Niederösterreich gilt Waldbrandverordnung

12. August 2015, 15:02
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Pernkopf: Verstoß kann mit Geldstrafen geahndet werden

St. Pölten – Der niederösterreichische Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) hat am Mittwoch wegen der anhaltenden Trockenheit darauf hingewiesen, dass im gesamten Bundesland die Waldbrandverordnung gelte. Demnach ist Rauchen, jegliches Feuerentzünden, Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen, aber auch von Glasflaschen oder Glasscherben in allen Waldgebieten und in Waldrandnähe verboten.

Bereits das Abstellen von Fahrzeugen auf trockenen Flächen könne zu Bränden führen, hielt Pernkopf zudem in einer Aussendung fest und fügte hinzu: "Ein Verstoß gegen die Verordnung kann mit Geldstrafen geahndet werden." Aufgrund der anhaltenden Hitze würden auch die kommenden Tage kritisch bleiben.

Doch auch ohne Brände setzen Hitze und Trockenheit den Bäumen in Ostösterreich und Oberösterreich zu. "Schädigungen zeichnen sich ab", sagte Gernot Hoch vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) am Mittwoch.

Braune Bäume

Als direkte Auswirkungen nannte Hoch im Gespräch mit der APA Verfärbungen und Laubfall als Reaktion auf den Wassermangel. Dazu kämen Schädigungen im Wurzelbereich. "Die Braunfärbung von Bäumen kann man im Stadtbereich sehen. Sie ist heuer viel stärker als in den vergangenen Jahren. Die Situation ist dramatisch", sagte der Leiter des Instituts für Waldschutz im BFW.

Darüber hinaus sei die Abwehrfähigkeit der Bäume gegenüber rindenbrütenden Insekten wie Borkenkäfern reduziert, erklärte Hoch. Die hohen Temperaturen begünstigen die Entwicklung von Insekten. Der Buchdrucker, eine Borkenkäferart, der als Hauptschädling der Fichte gilt, bringe unter diesen Bedingungen gleich mehrere Generationen im Jahr hervor, "der Befallsdruck wird höher", sagte der Fachmann. Die Schädlinge bohren sich unter die Rinde und deponieren dort ihre Larven. Dadurch wird der Saftstrom unterbrochen, was zum Absterben des Baums führt.

Besonders betroffen seien Regionen in Ostösterreich und Oberösterreich, sagte Hoch. Um die Ausbreitung solcher Schädlinge zu vermeiden, sollten befallene Bäume entfernt werden, ehe sich die Brut fertig entwickelt hat, sagte Hoch.

Maisernteausfall in Ungarn

Zahlen zur Auswirkung des derzeitigen Extremwetters in Mitteleuropa nannte die der Vorsitzende des ungarischen Landesverbands der Getreideproduzenten (GOSZ), Jozsef Vancsura, der Wirtschaftstageszeitung "Vilaggazdasag": Der Ernteausfall beim Mais sei mit mindestens 40 Milliarden Forint (128 Millionen Euro) zu veranschlagen, könnte aber auch doppelt so hoch ausfallen, fügte der Landwirtschaftsfunktionär hinzu.

Ursprünglich hätte Ungarn in diesem Jahr mehr als acht Millionen Tonnen Mais produzieren können. Wegen der Hitze und Trockenheit würden aber nunmehr "mit Sicherheit" weniger als sieben Millionen Tonnen geerntet, sagte Vancsura. Viele Maispflanzen verkümmern, weil sie aus den ausgetrockneten Böden nicht genügend Flüssigkeit aufsaugen können.

Auch der für Ungarns Exportwirtschaft wichtige Anbau von Sonnenblumen leidet. Wegen der Hitze können die Pflanzen nicht die gewohnte Qualität halten, so Vancsura. Mais und Sonnenblumen machen zusammen etwa ein Fünftel der ungarischen Landwirtschaftsproduktion aus. (APA, 12.8.2015)

  • Teile der Ernte fallen diesen Sommer der starken und ungewöhnlich lang andauernden Hitze zum Opfer.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Teile der Ernte fallen diesen Sommer der starken und ungewöhnlich lang andauernden Hitze zum Opfer.

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