"Wien anders" tritt fix wienweit an

12. August 2015, 12:32
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Bündnis sammelte 4.500 Unterschriften für Antritt. Damit ist die siebte politische Gruppierung auf den Stimmzetteln vertreten

Wien – Es ist ein illustres Bündnis, das sich da zusammengefunden hat, um in Wien gemeinsame politische Sache zu machen. "Wien anders", kurz Andas, vereint Aktivisten der Piratenpartei, der KPÖ, der Initiative Echt Grün, des Vereins Junge Linke sowie der Plattform der Unabhängigen. "Die Grünen im Wiener Gemeinderat müssen links von sich Gegenwind verspüren", sagt Didi Zach, Landessprecher der KPÖ Wien und Kandidat der Liste Wien anders.

Am Mittwoch gab die Plattform ihre fixe Kandidatur für die Wien-Wahl am 11. Oktober bekannt. Um bei der Landtags- und Gemeinderatswahl sowie den Bezirksvertretungswahlen antreten zu dürfen, werden 2.950 Unterstützungserklärungen benötigt. "Diese Grenze haben wir mit 4.500 Unterschriften weit überboten", sagte Sebastian Reinfeldt von Wien anders. 300 Aktivisten haben diese in 23 Tagen in ganz Wien gesammelt.

Playmobil auf der Waage

Schon am Dienstag reichte die Liste "Wir wollen Wahlfreiheit" (WWW) des Gastronomen Heinz Pollischansky ihre Kandidatur für die Wien-Wahl ein – DER STANDARD berichtete. Den Antritt dieser Plattform, die für mehr Bürgerbeteiligung eintreten will, ermöglichten fünf Unterstützungserklärungen des Teams Stronach.

Der Umstand, dass diese so viel zählen wie 1.800 Unterschriften von Bürgern für eine Kandidatur bei der Landtagswahl, kritisiert Wien anders. Zur Veranschaulichung haben die Aktivisten eine alte Waage herangekarrt – mit fünf Playmobil-Maxerln auf der einen und den tausenden Unterstützungserklärungen von Wien anders auf der anderen Seite.

Freigabe von Cannabis

Inhaltlich tritt das Bündnis mit durchaus kontroversen Forderungen etwa für eine höhere Besteuerung von Reichen, die Freifahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln, die Freigabe von Cannabis oder eine Leerstandsabgabe für Wohnungen ein. Auch das Wahlrecht für alle Wiener ohne Staatsbürgerschaft oder das bedingungslose Grundeinkommen sind Forderungen.

Im Wahlkampf werden laut Zach soziale Themen wie leistbares Wohnen im Vordergrund stehen. Auch das Auftreten gegen rechte Hetze ist den Aktivisten wichtig. Statt Plakatkampagnen wird es budgetbedingt Straßenwahlkampf und Aktionismus geben.

Junge Piratin als Spitzenkandidatin

Spitzenkandidatin von Wien anders, das aus Platzgründen auf dem Wahlzettel unter Andas firmiert, ist Juliana Okropiridse von den jungen Piraten. Die 23-jährige Ottakringerin studiert technische Physik ("ist derzeit ruhend gestellt"), arbeitet in der Kinder- und Jugendbetreuung und engagiert sich als Umweltaktivistin sowie im Datenschutzbereich. Ihr Vater ist der aus Georgien stammende Künstler Giorgi Okropiridse. Ziel der Gruppierung ist der Einzug in den Gemeinderat.

Mit Wien anders hat es die siebente politische Gruppierung nach SPÖ, FPÖ, ÖVP, Grünen, Neos und WWW fix auf den Stimmzettel für die Landtagswahl geschafft. (David Krutzler, 12.8.2015)

  • Juliana Okropiridse (23) führt das Bündnis an.
    foto: apa / herbert pfarrhofer

    Juliana Okropiridse (23) führt das Bündnis an.

  • "Wien anders" wog die 4.500 gesammelten Unterstützungserklärungen von Wienern mit fünf Playmobil-Maxerln auf. Diese sollen fünf Nationalratsabgeordnete symbolisieren, deren Unterschriften – bei einer Einreichung für eine Kandidatur bei der Wien-Wahl – so viel zählen wie 1.800 Unterstützungserklärungen von Bürgern.
    foto: wien anders

    "Wien anders" wog die 4.500 gesammelten Unterstützungserklärungen von Wienern mit fünf Playmobil-Maxerln auf. Diese sollen fünf Nationalratsabgeordnete symbolisieren, deren Unterschriften – bei einer Einreichung für eine Kandidatur bei der Wien-Wahl – so viel zählen wie 1.800 Unterstützungserklärungen von Bürgern.

  • "Wien anders" wird auch in allen 23 Wiener Bezirken antreten.
    foto: wien anders

    "Wien anders" wird auch in allen 23 Wiener Bezirken antreten.

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