Rätseln wegen verstrahlten Mülls in Klagenfurt

12. August 2015, 11:41
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Material wird in Seibersdorf geprüft, laut Stadt keine Gesundheitsgefährdung – 97-jährig Verstorbener soll auch Tunnel und Keller gegraben haben

Klagenfurt – Ein Fund auf einem verwahrlosten Grundstück eines verstorbenen 97-Jährigen in Klagenfurt gibt den Behörden Rätsel auf: Ein mit der Metallentsorgung beauftragtes Unternehmen fand verstrahlten Müll auf dem Gelände, berichtete die "Kleine Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Das Material wird derzeit im Forschungszentrum Seibersdorf untersucht, eine Gesundheitsgefährdung soll laut Magistrat nicht bestehen.

Der vor sechs Monaten verstorbene Mann soll Gerüchten zufolge im Zweiten Weltkrieg in der Rüstungsindustrie gearbeitet haben, berichtete die "Kleine Zeitung". Bei der Entrümpelung des Grundstücks in der Villacher Straße Ende Juli führte das mit der Metallentsorgung beauftragte Unternehmen eine Routinemessung durch. Bei einem kleinen Kästchen, gefüllt mit Drähten, schlug der Geigerzähler aus. Das Objekt war offensichtlich verstrahlt.

Strahlung unter gesundheitsgefährdenden Werten

Nachdem Polizei und Magistrat informiert worden waren, wurde das Material nach Seibersdorf gebracht, wo radioaktive Abfälle untersucht, aufgearbeitet und gelagert werden. Laut Jürgen Pfeiler (SPÖ), Vizebürgermeister und Gesundheitsreferent der Stadt Klagenfurt, liegt die gemessene Strahlung unter den gesundheitsgefährdenden Werten. Auch sonst seien keine weiteren kontaminierten Objekte auf dem Grundstück gefunden worden, sagte er im Gespräch mit der APA.

Neben dem verstrahlten Müll beschäftigt die Behörden ein weiterer Fund auf dem Grundstück: Unter dem zweigeschoßigen Gebäude soll es Tunnel und Keller geben. Der Ausbau dürfte widerrechtlich erfolgt sein. Einsturzgefahr besteht laut den Behörden jedoch nicht. Derzeit läuft dazu ein Verfahren am Bezirksgericht Klagenfurt. (APA, 12.8.2015)

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