Ölpreise nur knapp über Sechsjahrestief

12. August 2015, 08:02
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Chinas Konjunktur und steigende Fördermengen lassen Rohölpreise auf 42,90 US-Dollar pro Barrel sinken

Singapur – Die Ölpreise haben ihre Talfahrt am Mittwoch mit der Sorge vor einer Konjunkturflaute in China fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete in der Früh 48,87 US-Dollar (44,2 Euro). Das waren um 31 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 18 Cent auf 42,90 Dollar.

Der US-Ölpreis steht damit nur knapp über dem Sechsjahrestief bei 42,03 Dollar. 2009 fiel der Preis in Folge der globalen Finanzkrise innerhalb weniger Monate massiv von rund 140 Dollar ab. Sollte der aktuelle Preis weiter sinken, würde er bei unter 39 Dollar sogar ein Elfjahrestief erreichen.

Sorge um Yuan

Erneut habe die Sorge über die weitere konjunkturelle Entwicklung in China die Ölpreise unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es aus dem Handel. In der Nacht zum Mittwoch hatte die Notenbank der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft die Währung des Landes den zweiten Tag in Folge deutlich abgewertet.

Der chinesische Yuan wird nicht frei wie andere Währungen gehandelt, weshalb der von der Notenbank täglich festgelegte Mittelwert von großer Bedeutung ist. Experten gehen davon aus, dass die Abwertungen eine direkte Folge des jüngsten Einbruchs der chinesischen Exporte sind. Gleichzeitig verteuert die Abwertung aber den Import von Rohstoffen und bremst damit die Nachfrage nach Rohöl in China.

Auch das Angebot an Rohöl am internationalen Markt könnte den derzeitigen Preis drücken. Am Dienstag gab die Opec bekannt, dass die Produktionsmenge den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht habe. 31,5 Millionen Barrels seien im Juli täglich produziert worden, das sind 1,5 Millionen Barrels mehr als jene Grenzmenge, die sich die Organisation erdölexportierender Länder vor einem Monat selbst auferlegt hatte. Hintergrund dürften die größeren Produktionsmengen des Iran sein, der laut Experten bereits die aufgelockerten Sanktionen nach dem erfolgreichen Atomdeal nutzt. (APA/dpa/red, 12.8.2015)

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