Estland und Lettland überlegen Schleier-Verbot

11. August 2015, 17:44
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Tragen der Burka oder des Gesichtsschleiers soll aus Sicherheitsgründen untersagt werden

Riga/Tallinn – Vor der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten aus dem Nahen Osten ist in Estland eine Debatte über ein Verschleierungsverbot für Musliminnen ausgebrochen. Sozialminister Margus Tsahkna hatte bereits Ende vergangener Woche vorgeschlagen, Musliminnen das Tragen der Burka oder des Gesichtsschleiers aus Sicherheitsgründen zu untersagen.

"Wir sind daran gewohnt, dass Menschen im öffentlichen Raum zu erkennen sind", begründete er dies. Die Frage sollte geregelt werden, ehe muslimische Flüchtlinge in dem baltischen Land ankommen. Der Imam der muslimischen Gemeinde Estlands lehnte den Vorschlag ab, auch die Gleichberechtigungsbeauftragte zeigte sich skeptisch.

"Offene Gesellschaft"

Im benachbarten Lettland sprach sich Staatspräsident Raimonds Vejonis am Dienstag ebenfalls für eine Debatte über ein Verbot der Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit aus. "Lettlands Gesellschaft ist eine offene Gesellschaft. Wir akzeptieren Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, wir sind tolerant gegenüber diesen Menschen", sagte er im Fernsehen. Seine persönliche Meinung sei, dass Burkas oder Gesichtsschleier nicht getragen werden sollten.

Sowohl in Estland als auch in Lettland war die Zuwanderung aus muslimischen Ländern in den vergangenen Jahren äußerst gering. Im Rahmen der Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU sollen die beiden Staaten nun 150 bzw. 250 Asylsuchende, großteils aus Syrien und Eritrea, binnen zwei Jahren aufnehmen. Dies sorgt seit Wochen für Aufregung. (APA/dpa, 11.8.2015)

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