Russland will Verbot westlicher Lebensmittel "nicht ewig"

11. August 2015, 17:18
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Russische Hersteller sollen Zeitfenster zur Produktionssteigerung nutzen

Moskau – Im Sanktionsstreit mit dem Westen will Russland nicht unbegrenzt Lebensmittel aus der EU und den USA verbieten. Das russische Importverbot sei zwar kürzlich um ein Jahr verlängert worden, "doch wird es nicht ewig gelten", sagte Regierungschef Dmitri Medwedew bei einem Treffen mit Regierungsvertretern am Dienstag in Krasnodar im Süden des Landes.

Daher sollten russische Hersteller das Zeitfenster nutzen, um ihre Produktion zu stärken. Russland will mit dem Embargo einen geschützten Raum für seinen eigenen Agrarsektor schaffen und so dafür sorgen, dass langfristig überwiegend heimische Waren in den Supermärkten angeboten werden. "Es ist klar, dass der Import nicht vollständig ersetzt werden kann", sagte Medwedew der Agentur Interfax zufolge. Bei einigen Waren werde der Prozess viele Jahre dauern.

Ausweitung der Sanktionsliste

Der stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch kündigte indes am Dienstag nach einer Meldung der Agentur RIA an, dass weitere Länder mit einem Einfuhrverbot belegt werden sollten. Der Vizeregierungschef sagte, dies betreffe Länder, die die von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen unterstützten. Weitere Details nannte er nicht.

Russische Hersteller beklagen inzwischen jedoch massive Probleme durch steigenden Preisdruck und wegen der schrumpfenden Kaufkraft der Konsumenten im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise. Das russische Embargo ist eine Reaktion auf Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise. Zuletzt hatte der russische Präsident Wladimir Putin angeordnet, dennoch ins Land geschmuggelte Westware zu vernichten. Dieser Erlass wird im eigenen Land scharf kritisiert. (APA, 11.8.2015)

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