National Gallery in London wird erneut bestreikt

11. August 2015, 16:33
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Hunderte Angestellte treten aus Protest gegen Privatisierungspläne in einen unbefristeten Ausstand

London – Die National Gallery in London wird erneut bestreikt. Hunderte Angestellte traten am Dienstag in einen unbefristeten Arbeitsausstand, um gegen Privatisierungspläne zu protestieren. Das Museum soll dennoch geöffnet bleiben – allerdings werden einige Räume geschlossen, zudem sind viele Workshops gestrichen worden. Rund ein Drittel der insgesamt 600 Angestellten soll am Streik teilnehmen.

Der neue Museumsdirektor Gabriele Finaldi hatte Ende Juli verkündet, dass er einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Privatunternehmen Securitas unterzeichnet habe. Danach ist dieses nun für den Empfangsbereich und die Sicherheit zuständig. Das betrifft rund 300 Arbeitsplätze. Laut der Verwaltung sind durch die Reformpläne keine Jobs gefährdet. Der Chef der Gewerkschaft PCS, Mark Serwotka, erklärte hingegen, die Privatisierungen könnten dem "internationalen Renommee" des Museums schaden. Nick McCarthy von der PCS sagte dem BBC-Radio, es gebe "keine Alternative zum Streik – die Privatisierung ist absolut unnötig".

Die National Gallery ist an 361 Tagen im Jahr geöffnet. Sie beherbergt eine große Sammlung von Malerei aus der Zeit vom 13. bis 19. Jahrhundert, darunter Werke von Michelangelo, Peter Paul Rubens, William Turner und Vincent van Gogh. Mit rund sechs Millionen Besuchern im Jahr ist sie eines der meistbesuchten Museen der Welt – bei freiem Eintritt. (APA, 11.8.2015)

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