Menschenrechtspreis für Investigativjournalistin aus Aserbaidschan

11. August 2015, 14:30
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Human Rights Watch ehrt Khadija Ismayilova für "außergewöhnlichen Mut als Journalistin und Bürgerrechtlerin" – Wird im November verliehen

New York/London – Die Investigativjournalistin Khadija Ismayilova wird von Human Rights Watch (HRW) für ihren "außergewöhnlichen Mut als Journalistin und Bürgerrechtlerin im Angesicht der immer stärker werdenden Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Aserbaidschan" ausgezeichnet.

Khadija Ismayilova wird gemeinsam mit drei weiteren Aktivisten mit dem "Alison Des Forge Award" bei den "Voices for Justice"-Dinner geehrt, die im November 2015 und im Frühjahr 2016 in mehr als 20 Städten weltweit stattfinden.

Korruption

Ismayilova wurde mit ihrer Berichterstattung für Radio Free Europe über Korruption in Aserbaidschan bekannt, in die der aktuelle Präsident Ilham Aliyew und dessen Familie verwickelt sein sollen. Ihre Berichte wurden von der amerikanischen Tageszeitung Washington Post aufgenommen, nach deren Veröffentlichung sie Opfer von Erpressung wurde.

Ismayilova wurde dabei öffentlich von diversen Organisationen für Pressefreiheit unterstützt, darunter das Committee to Protect Journalists, Amnesty International und die OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien, Dunja Mijatovic. Aktuell sitzt Ismayilova in Haft. Gegen sie werden angeblich fingierte Steuerdelikte erhoben, die laut HRW als Vergeltung für ihre Berichterstattung zu sehen sind.

Weitere Ehrungen

Neben Ismayilova werden Nisha Ayub, eine zentrale Figur im Kampf für die Transgender-Rechte in Malaysia, Yara Bader, eine syrische Journalistin und Nicholas Opiyo, Menschenrechtsrechtsanwalt aus Uganda, geehrt.

Der Menschenrechtspreis ist nach einer langjährigen Beraterin von Human Rights Watch, Alison Des Forges, benannt, die sich insbesondere der Aufklärung des Völkermords von Ruanda 1994 widmete. Der jährlich vergebene Preis ehrt Menschen, die besonderen Einsatz im Kampf für Menschenrechte zeigen und sich gegen Gewalt, Unterdrückung und Diskriminierung stellen. (APA, 11.8.2015)

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