Israel: Polizei verhört Rechtsextremisten Gopstein

11. August 2015, 20:13
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Lehava-Chef verteidigte Brandstiftung in Kirchen und Klöstern

Jerusalem – Wegen seiner Kommentare zur Brandstiftung in Kirchen und Klöstern in Israel ist der jüdische Rechtsextremist Ben-Zion Gopstein am Dienstag von der Polizei verhört worden. "Dazu wurde er in die Abteilung zur Verfolgung nationalistisch motivierter Taten vorgeladen", sagte Polizeisprecherin Luba Samri. Es gehe um seine Äußerungen "zur Verbrennung von Kirchen".

Gopstein, Vorsitzender der rassistisch orientierten Organisation Lehava, hatte bei einer Podiumsdiskussion erklärt, die jüdische Lehre verlange die Bekämpfung des Götzendienstes auf dem Boden des Heiligen Landes. Dies schließe ein, Kirchen und Klöster in Brand zu setzen. Er berief sich dabei auf Glaubenslehren aus dem zwölften Jahrhundert.

Bei seiner Pressekonferenz nach dem Polizeiverhör am Dienstag bekräftigte Gopstein seine Äußerungen. Allerdings lehne er Taten von Einzelnen ab – vielmehr sei es Sache des Staates und der israelischen Regierung, christliche Kirchen zu zerstören, sagte er. Sich selbst bezeichnete er als Opfer einer "Hexenjagd", der Polizei warf er vor, "auf Anweisung des Vatikans und des Papstes" zu handeln.

Entrüstung

Vor dem Hintergrund einer Serie von Anschlägen jüdischer Extremisten, bei denen in den vergangenen beiden Wochen drei Menschen getötet wurden, stießen die Äußerungen auf Entrüstung. Unter anderem wurden in diesem Jahr auch ein Nebengebäude der Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg und die Brotvermehrungskirche am See Genezareth in Brand gesetzt.

Die Kustodie des Heiligen Landes, welche die Interessen des Vatikans in Jerusalem vertritt, hatte von Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein gefordert, "Gopstein vor Gericht zu bringen und seine Organisation Lehava zu verbieten". Dessen Rechtsanwalt Itamar Ben-Gvir erklärte dazu im staatlichen Radio: "Mein Klient wurde auf Druck des Vatikans vorgeladen. Ich frage mich, was als Nächstes kommt. Wird der Papst über Anklagen entscheiden?"

Gopstein, der in einer Siedlung in Hebron lebt, war zuletzt Ende 2014 ins Visier der Polizei geraten. Gemeinsam mit neun weiteren Lehava-Aktivisten wurde er nach einer Brandstiftung in einer Schule in Jerusalem kurzzeitig festgenommen. Gegen drei der Aktivisten wurde später Anklage erhoben, zwei wurden inzwischen zu kurzen Haftstrafen verurteilt. Die rechtsextremistische Lehava kämpft gegen Assimilierung insbesondere durch Eheschließungen und Geschäftspartnerschaften zwischen Juden und Nichtjuden. (APA, 11.8.2015)

  • Gopstein bei einem früheren Auftritt.
    foto: ap photo/mahmoud illean

    Gopstein bei einem früheren Auftritt.

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