Wohnimmobilien: Rekordjahr bei Transaktionen erwartet

11. August 2015, 13:24
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Rund 54.000 Verbücherungen im ersten Halbjahr – Remax hält erstmals mehr als 100.000 Transaktionen für möglich – Steuerreform als Treiber

Rund 54.000 Immobilien-Transaktionen wurden von Jänner bis Juni 2015 im amtlichen Grundbuch verbüchert, das waren um 31 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014. Auch das bisher stärkste Halbjahr, das 1. Halbjahr 2010, wurde um 19 Prozent übertroffen. Das berichtet das Makler-Netzwerk Remax mit Verweis auf aktuelle Zahlen von ImmoUnited. Im Gesamtjahr steuere man deshalb auf ein neues Rekordjahr mit erstmals über 100.000 Immobilien-Transaktionen zu, berichtet Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer.

Die kumulierten Verkaufswerte des ersten Halbjahres erreichten den Wert von 10,8 Milliarden Euro, das Volumen legte ebenfalls um 31 Prozent zu. Die Steigerung resultiere somit "vorwiegend aus der größeren Anzahl an Immobilien-Verkäufen", weniger an Preissteigerungen, so Reikersdorfer.

Steuerreform treibt Transaktionen an

Was das Wachstum an Transaktionen und Werten betrifft, gab es recht unterschiedliche Entwicklungen. In Niederösterreich beispielsweise stieg die Stückzahl an Transaktionen "nur" um 31 Prozent, der Wert der gehandelten Immobilien legte im flächenmäßig größten Bundesland aber um mehr als 40 Prozent zu. In Wien stiegen die Transaktionen ebenfalls um 31 Prozent, die Werte aber nur um etwa 20 Prozent.

Am stärksten ging die Zahl an Transaktionen in Vorarlberg mit 38 Prozent nach oben, gefolgt von Oberösterreich mit 37 und Tirol mit 34 Prozent. Auch der Wertanstieg lag in allen drei Bundesländern jenseits der 40 Prozent.

Als Auslöser für diesen neuerlichen Boom sieht Reikersdorfer in erster Linie die Steuerreform. "Da vor allem Verkäufern einige steuerliche Verschärfungen blühen, hat sich sicher manch vorausschauende Immobilien-Besitzer gesagt: 'Die Nachfrage nach Immobilien ist weiterhin gegeben, die am Markt erzielbaren Preise sind gut, die Preise haben sich in den letzten zwölf bis 18 Monaten – auch in den Ballungszentren – weitestgehend eingependelt, und in einem halben Jahr bezahle ich im Falle eines Verkaufs mehr Steuern. Warum also warten? Ich verkaufe jetzt und spare damit zusätzliche Steuern'", so Reikersdorfer.

Mehr Wohnungen gehandelt

Demgemäß wurden im ersten Halbjahr 2015 in Österreich 21.500 Wohnungsverkäufe verbüchert; im Vorjahreszeitraum waren es nur 15.800. Der Wert der gehandelten Eigentumswohnungen stieg dabei von 3,17 auf 4,13 Milliarden Euro. Ganz ähnlich das Bild bei den Einfamilienhäusern: Die Transaktionen legten von 4.000 auf 5.300 Stück zu, der kumulierte Wert stieg von 900 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro. (red, 11.8.2015)

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