Am Panamakanal drohen neue Streiks

11. August 2015, 13:03
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Die von Verzögerungen geplagte Erweiterung des Panamakanals könnte noch länger dauern

Panama-Stadt – Die von Verzögerungen geplagte Erweiterung des Panamakanals könnte noch länger dauern. Hintergrund ist eine Streikdrohung der wichtigsten Gewerkschaft Panamas, wie der Chef der Kanalbehörde, Jorge Quijano, am Montag in einer Pressekonferenz sagte.

Die Gewerkschaft Suntracs will bis Mittwoch höhere Löhne für die rund 6.000 Bauarbeiter des Projekts durchsetzen und andernfalls zum sofortigen Streik aufrufen. Laut Quijano würde die gewünschte Lohnerhöhung sechs bis sieben Millionen Dollar (5,5 bis 6,4 Millionen Euro) kosten.

Für die zusätzlichen Kosten müsste das Kanal-Baukonsortium GUPC aufkommen, betonte Quijano. Das Konsortium habe die Kanalbehörde zwar gebeten, einen Teil zu übernehmen – dies werde aber abgelehnt. "GUPC kann nicht schon wieder versuchen, die Verantwortung auf uns abzuschieben", sagte Quijano. Das Konsortium und Suntracs sollten verhandeln, um "im nationalen Interesse" eine weitere Verzögerung des Projekts zu verhindern.

Budget überzogen

Die Erweiterung des Panamakanals sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Inzwischen wird April 2016 anvisiert. Das ursprünglich mit 5,25 Milliarden Dollar angesetzte Budget wurde deutlich überzogen, was zu Streitigkeiten zwischen GUPC und der Kanalbehörde führte. Diese verzögerten den Fortgang des Projekts ebenso wie wiederholte Streiks der Bauarbeiter.

Der Panamakanal verbindet Pazifik und Atlantik und macht damit den teuren und schwierigen Schifffahrtsweg um das Kap Hoorn an der Südspitze Amerikas überflüssig. Schätzungen zufolge fahren rund fünf Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs durch den 1914 eröffneten Kanal. Mit der Erweiterung soll er so verbreitert werden, dass ihn größere Frachter passieren können: Künftig sollen Schiffe durch den Kanal fahren können, die eine Ladekapazität von bis zu 14.000 Containern haben – dreimal mehr als die heute mögliche maximale Beladung in der Wasserstraße. (APA, 11.8.2015)

  • Handelsschiffe im Panamakanal.
    foto: reuters/carlos jasso

    Handelsschiffe im Panamakanal.

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