Behörden verhängen Notstand in Ferguson

11. August 2015, 06:41
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Innerhalb von kurzer Zeit kam es zu vielen Festnahmen, nachdem die Demonstranten zeitweise eine Landstraße blockierten

Ferguson – Nach den Schusswechseln am Jahrestag des Todes von Michael Brown, bei dem ein Mann schwer verletzt worden ist, haben die Behörden in der US-Stadt Ferguson den Notstand verhängt. Man werde in der Region keine weiteren Gewaltakte dulden, teilte der zuständige St. Louis County am Montag mit.

Zahlreiche Menschen hatten der Ereignisse vor einem Jahr zunächst friedlich bei einem Schweigemarsch gedacht. Mit Einbruch der Dunkelheit schlugen die Gedenkveranstaltungen aber in Gewalt um. Die Ausschreitungen konzentrierten sich erneut auf dieselbe Gegend, die auch vor einem Jahr im Zentrum der Proteste stand. Nach der Tötung des schwarzen Jugendlichen durch einen weißen Polizisten war es in vielen US-Städten zu Krawallen gekommen.

Der unbewaffnete Afroamerikaner Brown war am 9. August 2014 von einem weißen Polizisten in Ferguson erschossen worden. Dies hatte schwere Unruhen ausgelöst und eine Diskussion über offenen und latenten Rassismus in den USA entfacht. Der Todesschütze von Ferguson wurde nicht angeklagt. Später waren zahlreiche Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA bekannt geworden.

Weitere Zusammenstöße

Auch nach der Verhängung des Ausnahmezustands kommt die US-Kleinstadt Ferguson nicht zur Ruhe. In der Nacht auf Dienstag gab es erneut Zusammenstöße zwischen der Polizei und Demonstranten. Rund 200 Menschen gingen nach dem Jahrestag der tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen jungen Schwarzen erneut auf die Straße und skandierte Parolen gegen die Polizei.

Einige warfen Steine oder Flaschen auf Beamte, die mit Schutzschilden versuchten, die Menge auseinanderzudrängen. Nach Angaben der Polizei wurden 23 Demonstranten festgenommen. Am frühen Morgen war es wieder weitgehend ruhig in der Stadt. Anders als vor einem Jahr wurde nach Polizeiangaben niemand bei den Zusammenstößen verletzt, noch wurden Geschäfte geplündert.

"Hüter des Eides" sorgen für Unruhe

Für Unruhe sorgten am Dienstag früh in Ferguson vier weiße Zivilisten, die schwer bewaffnet durch die Straßen zogen. Die Männer erklärten sie seien zum Schutz von Journalisten des konservativen Internetportals "Infowars.com" abgestellt. Sie gaben an, zu einer Gruppe namens "Hüter des Eides" zu gehören, die sich selbst als Zusammenschluss von ehemaligen Soldaten und Polizisten zum Schutz der Verfassung bezeichnet. Polizeichef Jon Balmer verurteilte das Auftauchen der Männer als unnötig und unruhestiftend. Polizei und Staatsanwaltschaft würden prüfen, ob die Männer gegen Gesetze verstoßen hätten, sagte er. (APA, 11.8.2015)

  • Die Behörden wollen in Ferguson "keine weiteren Gewaltakte dulden", hieß es am Montag.
    foto: reuters/rick wilking

    Die Behörden wollen in Ferguson "keine weiteren Gewaltakte dulden", hieß es am Montag.

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