Assad-Cousin nach Tötung von Offizier festgenommen

11. August 2015, 06:29
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Luftwaffenoberst wegen Streits im Straßenverkehr erschossen

Damaskus/Latakia – Syriens Machthaber Bashar al-Assad will nach Protesten einen Verwandten wegen der Tötung eines Militär-Offiziers bestrafen. "Präsident Al-Assad ist wütend wegen dieses Vorfalls und entschlossen, seinem Cousin eine harte Strafe zu geben", teilten Regierungskreise der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag mit.

Lokale Medien hatten berichtet, Suleiman al-Assad sei vergangene Woche im Straßenverkehr der Hafenstadt Latakia wütend geworden, weil er an einer Kreuzung von einem anderen Wagen überholt wurde. Er habe den Fahrer, einen Oberst der syrischen Luftwaffe, daraufhin vor den Augen von dessen Kindern und seines Bruders erschossen. Bewohner der Region beschreiben Suleiman al-Assad als "Unruhestifter", dessen Zorn in der Region gefürchtet ist.

Suleiman al-Assad – ein Cousin zweiten Grades des Präsidenten – war am Montagabend nach Protesten in der gleichnamigen Provinz Latakia – einer Hochburg des Assad-Clans an der Mittelmeerküste Syriens – festgenommen worden. Latakia ist auch das Kernland der muslimischen Minderheit der Alawiten, zu denen die Assads gehören und die der schiitischen Ausrichtung des Islam angehören.

Zuvor hatten Angehörige des Opfers bereits erklärt, Präsident Assad habe die Bestrafung seines Cousins in Aussicht gestellt. Die Witwe des Opfers, Mayssa Ghanem, sagte der regierungsnahen Zeitung "Al-Watan" vom Montag, sie habe ein "Versprechen von Präsident Assad erhalten, den Täter zu bestrafen, egal wer er ist". Dieses Versprechen sei ihr von "offiziellen Delegationen" überbracht worden, die nach Latakia gekommen seien, um ihr Beileid auszusprechen.

Während der Bürgerkrieg in Syrien weiterhin mit äußerster Brutalität tobt, könnte Assads Rückhalt auch im Kernland Latakia wegen des Vorfalls bröckeln. Die Demonstranten dort seien seine Unterstützer gewesen, erklärte Rami Abdel Rahman von der in Großbritannien ansässigen oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. "Er muss jetzt ernsthafte Konsequenzen ziehen, um seine Anhänger zu beruhigen", sagte er. (APA, 11.8.2015)

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