Über elf Milliarden Menschen für 2100 prognostiziert

10. August 2015, 22:00
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Leiter der Leiter der Bevölkerungsabteilung der UNO korrigiert Zahlen nach oben – besonders starkes Wachstum für Afrika erwartet

Seattle – Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser Kalauer ist auch in der Demografie gültig, deren Vorhersagen bei der Entwicklung der Weltbevölkerung erheblichen Schwankungen ausgesetzt sind – insbesondere für die fernere Zukunft.

Sind die Voraussagen bis 2050 noch einigermaßen ähnlich, so fallen die Modelle für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts sehr unterschiedlich aus.

Doch Anstieg statt Absinken?

Der österreichische Demograf Wolfgang Lutz, einer der weltweit führenden Fachvertreter gerade in dieser Frage, warnt vor allzu dramatischen Vorhersagen und ging kürzlich noch davon aus, dass es insbesondere aufgrund von steigender Bildung zu einem leichten Absinken von 9,2 Milliarden im Jahr 2050 auf 9 Milliarden im Jahr 2100 kommt.

Aufgrund neuer Daten aus Afrika hat John Wilmoth, Leiter der Bevölkerungsabteilung der UNO, die ohnehin höheren Prognosen der Vereinten Nationan weiter nach oben revidiert: Die Weltbevölkerung wachse von heute 7,3 Milliarden auf 9,7 Milliarden im Jahr 2050. Und im Jahr 2100 würde die Weltbevölkerung sogar 11,2 Milliarden erreichen, sagte Wilmoth am Montag bei der Tagung der Amerilkanischen Statistischen Gesellschaft in Seattle.

Verschiebungen

Die Zahl der Asiaten würde von heute 4,4 Milliarden auf 5,3 Milliarden zur Mitte des 21. Jahrhunderts anwachsen und dann auf 4,9 Milliarden sinken. Extrem sei dagegen das Wachstum in einigen Regionen Afrikas: So würde im Extremfall die Bevölkerung Nigerias von heute 182 Millionen auf 752 Millionen im Jahr 2100 anwachsen. Mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit habe der bevölkerungsreichste Staat Afrikas in 85 Jahren mehr als 439 Millionen Einwohner. (tasch, 10. 8. 2015)

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