Astronauten essen Salat aus dem Weltraum

11. August 2015, 12:14
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Auf der Raumstation gezüchtetes Gemüse zum Verzehr vor Ort freigegeben

Moskau/Washington – Die Raumfahrer in der Internationalen Raumstation haben ein historisches Mahl verzehrt: Erstmals haben Astronauten auf der ISS angebautes Gemüse gleich vor Ort verspeist. Bisher war das in dem fliegenden Labor gewachsene Gemüse stets zur Untersuchung zur Erde gebracht worden.

nasa johnson

US-Astronaut Scott Kelly hat den Salat am 8. Juli gesät, nun sei die Erntezeit gekommen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Mit einer Minischere schnitt Kelly die Blätter des roten Römersalats ab. Das ganze wurden mit einem Dressing aus Balsamico-Essig und Olivenöl aus der Tube angerichtet. Aufgewachsen sind die Pflanzen in der Raumstation unter rotem, blauem und grünem LED-Licht.

"Ein kleiner Bissen für einen Menschen..."

"Ein kleiner Bissen für einen Menschen, aber ein großer Sprung für unseren Flug zum Mars", kommentierte Kelly bei Twitter in einer Anspielung auf das berühmte Zitat des ersten Menschen auf dem Mond, Neil Armstrong. Die Experimente sind Teil der Vorbereitung für einen Langzeitflug, etwa zum Mars. Auf einer solchen Reise müssen sich Raumfahrer zum Teil selbst versorgen können. Und das Ergebnis der Verkostung: "Schmeckt gut, ein wenig wie Rucola", meinte Kelly nach den historischen ersten Bissen.

foto: orbital technologies/nasa
Die Ernte auf der kleinen Weltraumfarm ist zwar nicht üppig, dies soll allerdings erst der Anfang sein. Auf einem möglichen bemannten Flug zum Mars müssen sich die Raumfahrer zum Teil mit solchen Gewächsanlagen selbst versorgen.

Auch Kellys Aufenthalt an Bord ist Teil dieser Vorbereitungen: Er ist seit Ende März im Orbit und soll dort insgesamt ein Jahr verbringen. Dabei wird unter anderem festgestellt werden, wie sich ein derart langer Aufenthalt in der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper auswirkt. Gute Vergleichswerte wird Scotts auf der Erde gebliebener Zwillingsbruder Mark, ebenfalls ein Astronaut, liefern.

foto: nasa tv
Kosmonaut Michail Kornijenko schließt nach erfolgreich absolviertem Weltraumspaziergang die Außenluke am ISS- Modul Pirs.

Außeneinsatz

Die Russen Gennadi Padalka und Michail Kornijenko verrichteten unterdessen Routineaufgaben bei ihrem Einsatz im freien Weltall. Bei den anstrengenden Außenarbeiten in der Schwerelosigkeit montierten sie unter anderem am Modul "Swesda" (Stern) ein spezielles Geländer für künftige Einsätze.

"Die Kosmonauten haben die Sonnensegel auf mögliche Schäden durch Weltraumschrott und Mikrometeoriten untersucht und dann mit Pinselstrichen Proben von kosmischem Staub genommen", teilte die Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau mit. Padalka und Kornijenko reinigten zudem ein Bullauge und fotografierten einige Stellen der ISS-Außenhaut.

"Ihr wart großartig", kommentierte die Flugleitzentrale nach dem Einsatz. Als die beiden Kosmonauten wieder durch die Luke krabbelten, wartete auf sie schon frischer ISS-Salat. Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten derzeit drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Japaner. (APA/red, 11. 8. 2015)

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