Bullen starten in Ried den nächsten Versuch

10. August 2015, 16:32
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Bei den ebenfalls gebeutelten Innviertlern soll es für den österreichischen Meister den ersten Sieg der Saison setzen

Nach einem völlig verpatzten Saisonstart hängt bei Red Bull Salzburg früh in dieser Saison der Haussegen schief. Vor dem Auftakt der vierten Runde am Dienstag (18.30 Uhr) bei der ebenfalls noch sieglosen SV Ried war Kritik von innen und außen Thema, der erst seit Sommer als Trainer der Profis werkende Peter Zeidler steht unter Druck. Die Innviertler erwischten aber ebenso einen schwachen Saisonstart.

"Unsere Aufgabe ist es, noch weiter zusammenzuwachsen. Dann werden sich die Ergebnisse demnächst einstellen", betonte ein kämpferischer Zeidler im Rahmen eines Pressetermins am Montag. Seine Mannschaft hält nach drei Runden bei nur einem Zähler. "Wir stellen uns gemeinsam den Herausforderungen", meinte der Zuversicht ausstrahlende Schwabe. Er musste sich nach dem 2:2 in der Südstadt nicht nur mit Unruhe von außen beschäftigen.

Kinderfußball

Ein Instagram-Posting des aktuell an seinem Comeback arbeitenden Kapitäns Jonatan Soriano fand schnell Verbreitung im Internet. Der Spanier zeigte Miniknaben beim Fußballspielen – eine klare Referenz auf die Äußerungen von Teamkollege Martin Hinteregger ("Kinderfußball") nach dem Aus in der Qualifikation zur Champions League in Malmö. Zeidler wollte die Causa intern geklärt wissen: "Wir haben darüber geredet."

Nicht weniger brisant machten die Lage in Salzburg Spekulationen in der Schweiz am Sonntagabend. Laut Informationen des Boulevardblatts "Blick" steht der kürzlich bei den Young Boys Bern als Trainer entlassene Uli Forte bei Red Bull hoch im Kurs. Ralf Rangnick soll demnach als Fan des 41-jährigen Italo-Schweizers gelten. Forte soll bereits für RB Leipzig als Chefcoach im Gespräch gewesen sein, ehe Rangnick bei den Ostdeutschen selbst übernahm.

Vertrauen

Zeidler winkte auf die Frage, inwiefern er vor dem Ried-Spiel Druck verspüre, ab und erinnerte an die Vorsaison. Damals kassierte der spätere Double-Sieger unter Adi Hütter nach dem CL-Aus in Malmö drei Pflichtspielniederlagen in Folge. "Wir sind in der Lage, wieder aufzustehen, wie wir es im Vorjahr auch getan haben", betonte Zeidler. Recht gab ihm Mittelfeldspieler Naby Keita: "Innerhalb der Mannschaft haben wir Vertrauen zueinander und sind positiv eingestellt."

Gespannt darf man sein, welcher Torhüter in Ried das Gehäuse des Meisters hüten wird. Cican Stankovic patzte gegen die Admira zweimal, mit Alexander Walke stünde ein Routinier parat. Zeidler kündigte an, in der T-Frage vor dem Spiel entscheiden zu wollen. "Ausbaufähig" ist laut dem ehemaligen Liefering-Trainer auch die Leistung in der Abwehr. Im Sturm dürfte der für 90 Minuten noch nicht voll fitte Omer Damari wieder beginnen. Mittelfeldmann Reinhold Yabo fällt noch einige Zeit aus.

Die Suche nach der Mischung

Ried schoss zuletzt in Mattersburg zwar den ersten Saisontreffer, kassierte im Burgenland aber auch vier Gegentore. Nach dem 1:4 hält die Spielvereinigung weiterhin bei nur einem Punkt. Gegen Salzburg hat Ried auch eine Durststrecke, ist seit zehn Ligaduellen ohne Sieg und verlor dabei sieben der jüngsten acht. Das letzte Heimspiel im Frühjahr ging 2:2 aus.

"Bei Salzburg läuft es auch noch nicht rund. Wenn sie in den ersten fünf Minuten ein Tor machen, können sie einen auseinandernehmen. Wenn nicht, dann wackelt auch Salzburg", wusste Linksverteidiger Oliver Kragl. Dem Deutschen wurde zuletzt Interesse vonseiten des SK Rapid nachgesagt, Kragl soll in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel stehen haben.

Bei Ried steht Trainer Helgi Kolvidsson trotz schwachen Auftakts nicht infrage. Der Isländer feilt noch immer an seiner richtigen Mischung. "Wir brauchen noch Geduld und müssen an uns arbeiten. Das kann nicht von heute auf morgen kommen", sagte Kolvidsson vor dem zweiten Heimspiel der Saison. Er muss auf den erneut erkrankten Clemens Walch ebenso verzichten wie auf die verletzten Thomas Murg und Thomas Bergmann. (APA, 10.8.2015)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zum Auftaktspiel der vierten Bundesliga-Runde:

SV Ried – Red Bull Salzburg (Dienstag, 18.30 Uhr / live Sky, Ried, Keine-Sorgen-Arena, SR Kollegger). Saisonergebnisse 2014/15: 0:2 (h), 2:4 (a), 2:2 (h), 1:2 (a).

Ried: Gebauer – Janeczek, Trauner, Filipovic, Prada – Möschl, Ziegl, Elsneg, Kragl – Sikorski, Gavilan

Ersatz: Durakovic – Reifeltshammer, Polverino, Antonitsch, Baumgartner, Ramadani, Schubert

Es fehlen: Walch (erkrankt), Bergmann (Entzündung im Fersenbein), Murg (Seitenbandeinriss)

Salzburg: Walke / C. Stankovic – Lainer, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer – Pires, Ch. Leitgeb, Keita, Berisha – Damari, Reyna

Ersatz: Miranda, Laimer, Minamino, Atanga, Nielsen, Djuricin, Oberlin

Es fehlen: Soriano (Wadenverletzung), Yabo (Knieprobleme), Lazaro, Schwegler (beide nach Verletzungen wieder im Mannschaftstraining), Airton (Oberschenkelverletzung)

Fraglich: Schmitz (Rippenprellung)

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    foto: apa/neubauer

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