Zwei Tote bei Attacke in Ikea in Schweden

10. August 2015, 21:54
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Ein Mann und eine Frau starben bei einer Messerattacke in einer Filiale des Möbelhauses. Zwei mutmaßliche Täter wurden festgenommen, bisher ist kein Tatmotiv bekannt

Västeras – Tödliche Messerattacke bei Ikea: In einer Filiale des Möbelhauses in Schweden sind am Montag bei dem Angriff zwei Menschen getötet worden. Zwei Männer wurden unter Mordverdacht festgenommen. Zum möglichen Motiv wurde zunächst nichts bekannt.

Die Polizei wurde nach eigenen Angaben am Montagmittag in die Filiale der Möbelkette in Västeras in Zentralschweden gerufen. Dort habe sie einen mit Stichwunden verletzten Mann und eine Frau vorgefunden, die kurz darauf beide an ihren Verletzungen gestorben seien. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden wurde ein weiterer Mann mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Später stellte sich nach Angaben des Polizeichefs von Västeras, Per Agren, heraus, dass es sich dabei um einen der Verdächtigen handelte.

Filialleiter Mattias Johansson sagte der Regionalzeitung "VLT", bei den Getöteten habe es sich um "normale Kunden" gehandelt. Der Angriff habe sich in der Abteilung für Küchenutensilien ereignet. "Das ist der schlimmste Arbeitstag meines Lebens", sagte er.

Das Geschäft wurde geräumt und von der Polizei abgeriegelt, wie auf Bildern im schwedischen Fernsehen zu sehen war. Die Filiale soll bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Västeras ist mit rund 110.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Schwedens und liegt etwa hundert Kilometer von der Hauptstadt Stockholm entfernt. Rund um Geschäfte in der Gegend der Ikea-Filiale wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Bisher kein Hinweis auf Tatmotiv

Ikea-Sprecherin Martina Smedberg sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe keine Hinweise auf das Motiv für den Angriff. Gegen das Geschäft seien keine Drohungen ausgesprochen worden. Derartige Vorfälle seien "extrem selten und extrem ernst". "Nach meiner Kenntnis ist es das erste Mal, dass sich ein Vorfall solchen Ausmaßes ereignet hat", sagte Smedberg.

Polizeichef Agren sprach bei einer Pressekonferenz von einer "verrückten Tat". Zwei Männer seien unter Mordverdacht festgenommen worden. Einer von ihnen sei 1992 geboren worden, der andere 1979. Der Verletzte sei vor Ort festgenommen worden und befinde sich im Krankenhaus. Unklar sei noch, wie er sich die Wunden zugezogen habe. Beide Verdächtigen seien nicht polizeibekannt gewesen. Sie hätten sich "zweifellos" gekannt, nicht aber ihre Opfer. Diese seien möglicherweise zufällig ausgewählt worden. Polizisten durchsuchten am Montagabend weiter die Ikea-Filiale und fanden offenbar die Tatwaffen, zu denen aber keine näheren Angaben gemacht wurden.

Ein Zeuge filmte mit seinem Handy die Festnahme des zweiten Verdächtigen an einer Bushaltestelle. "Ich sah, wie Polizisten zu einem Mann an einer Bushaltestelle rannten", sagte der Zeuge der Zeitung VLT, auf deren Internetseite das Video zu sehen war. "Die Festnahme erfolgte sehr schnell, der Mann hat keinen Widerstand geleistet, aber er war sehr laut." Er sei etwa zwischen 30 und 40 Jahre alt gewesen.

Bisher wurde der Angriff nicht als Terroranschlag eingestuft. Der schwedische Inlandsgeheimdienst Säpo ist nicht an den Ermittlungen beteiligt. (APA, 10.8.2015)

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