Pannenstreifen könnten bei Verkehrsspitzen freigegeben werden

10. August 2015, 11:54
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Asfinag führt Computersimulationen durch

Wien/Salzburg/Innsbruck – Berechnungen und Computersimulationen sollen zeigen, ob die vorübergehende Befahrbarkeit von Pannenstreifen auf bestimmten Autobahnabschnitten zu Verkehrsspitzenzeiten realisierbar ist. Die Regelung soll für besseren Verkehrsfluss sorgen, teilte die Asfinag am Montag mit und bestätigte damit dementsprechende Medienberichte. In etwa einem halben Jahr könnte es erste Ergebnisse geben.

"Der Test beginnt in den kommenden Tagen. Die Autofahrer werden davon aber nichts merken", betonte ein Sprecher der Autobahngesellschaft. Die Simulationen werden auf drei Autobahnabschnitten durchgeführt.

Frühestens 2019 Umsetzung möglich

Im Fokus stehen die Ostautobahn (A4) vom Knoten Prater in Wien bis zum Knoten Schwechat in Fahrtrichtung Nickelsdorf, die Westautobahn (A1) von der Anschlussstelle Wallersee bis Salzburg Nord in beiden Fahrtrichtungen und die Inntalautobahn (A12) zwischen Innsbruck West und Zirl Ost ebenfalls in beiden Fahrtrichtungen. Bei positiven Ergebnissen könnten dort frühestens Ende 2019 die Pannenstreifen tatsächlich zeitweise für den Verkehr freigegeben werden.

Voraussetzungen für die Einführung der Regelung sind laut Asfinag ein breiter Pannenstreifen, lückenlose Kontrolle durch Verkehrskameras, ausreichende Anzeigemöglichkeiten sowie bauliche Adaptierungen wie etwa zusätzliche Pannenbuchten.

Noch bevor ein Stau entsteht, soll dann bei starkem Verkehrsaufkommen auf Über-Kopf-Anzeigen signalisiert werden, dass das Befahren der zusätzlichen Spur vorübergehend erlaubt ist. Das System funktioniere in Deutschland, England, der Schweiz und in den Niederlanden seit Jahren, betonte die Asfinag.

Grüne vehement gegen das Öffnen

"Das ist ein sehr fahrlässiges Spiel mit der Sicherheit im Straßenverkehr", sagte der Verkehrssprecher der Grünen, Georg Willi, in einer Reaktion. "Mit dem Geld und Hirnschmalz, das in diesen Sommerloch-Unsinn fließt, sollte die Asfinag lieber überlegen, welche der vielen objektiv unnötigen und unrentablen Autobahn- und Schnellstraßenprojekte gestrichen werden können", so Willi weiter. (red, APA, 10.8.2015)

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