Spionageprozess gegen US-Reporter im Iran beendet

10. August 2015, 14:46
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Nach Angaben der Anwältin des Reporters könnte dies der letzte Prozess gegen ihn sein – Urteil innerhalb einer Woche erwartet

Teheran – Der Spionageprozess gegen den seit über einem Jahr im Iran inhaftierten US-Reporter Jason Rezaian ist am Montag in Teheran fortgesetzt worden. Dem Iran-Korrespondenten der "Washington Post" wird Spionage für die USA und Propaganda gegen das islamische Land vorgeworfen. Auch der vierte Prozess findet hinter verschlossenen Türen im Revolutionsgericht statt, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete.

Berufung

Nach Angaben der Anwältin des Reporters könnte dies der letzte Prozess gegen ihn sein. Bei einer eventuellen Verurteilung wolle sie in Berufung gehen, kündigte sie an.

Anklagen zurückgewiesen

Rezaian soll über eine US-Journalistin Insider-Informationen ans Weiße Haus weitergeleitet haben. Der 39-Jährige bestreitet dies. Er sei im Iran lediglich seiner journalistischen Arbeit nachgegangen. Die US-Regierung hat die Anklagen als absurd zurückgewiesen und die sofortige Freilassung Rezaians gefordert.

Update, 14.46 Uhr

Der Spionageprozess ist am Montag in Teheran beendet worden. Das sagte die Anwältin des Journalisten, Lejla Ahsan. Sie erwarte das Urteil des Revolutionsgerichts innerhalb einer Woche, fügte sie hinzu. Bei einer Verurteilung werde sie in Berufung gehen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass das Revolutionsgericht das Urteil nicht sofort verkündet. Das Gericht ist hauptsächlich für Spionage und nationale Sicherheit zuständig.

Mary Rezaian, die Mutter des Angeklagten, hoffte nach der Verhandlung weiterhin auf einen Freispruch für ihren Sohn. Den Prozess gegen ihn bezeichnete sie als politisch motiviert. Seine Nachrichtenquellen seien dieselben wie die von anderen Reportern. "Falls es für die Spionagevorwürfe Beweise gibt, sollte das Gericht die vorlegen", sagte sie Reportern vor dem Revolutionsgericht. (APA/dpa, 10.8.2015)

  • Jason Rezaian, Korrespondent der "Washington Post" – November 2013.
    foto: reuters/handout

    Jason Rezaian, Korrespondent der "Washington Post" – November 2013.

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