Wien-Wahl: Abgeordnete des Teams Stronach unterstützen neue Liste

10. August 2015, 17:12
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Durch fünf Unterschriften ist die Wien-weite Kandidatur möglich. Spitzenkandidat ist Heinz Pollischansky, der gegen verschärfte Raucherregeln kämpfte

Wien – Ursprünglich hatte das BZÖ vor, bei der Gemeinderatswahl in Wien am 11. Oktober zu kandidieren. In den vergangenen Monaten wurden Unterschriften gesammelt. Doch der Zuspruch war überschaubar, nur in sieben Bezirken konnten bis dato genügend Unterstützungserklärungen eingetrieben werden.

Deshalb entschloss sich das BZÖ – seit der Nationalratswahl 2013 nicht mehr im Parlament vertreten – nun, Teil einer neuen Liste zu werden, die in ganz Wien kandidieren will. Das gab Landesparteiobmann Dietmar Schwingenschrot am Montag bekannt.

Name unbekannt

Der Name der neuen Liste ist noch nicht bekannt, weil er noch rechtlich abgeklärt werden soll, das Antreten scheint hingegen fix. Denn fünf Nationalratsabgeordnete des Teams Stronach unterstützten mit ihrer Unterschrift die Kandidatur. Das bestätigte am Montag Klubobmann Robert Lugar. Nun muss die neue Liste keine Unterstützungserklärungen sammeln, sondern kann direkt auf Bezirks- und Landesebene kandidieren. Die Kandidatur soll am Dienstag eingereicht werden.

Namentlich scheinen die Abgeordneten des Teams Stronach jedoch nicht auf. Die Liste soll Heinz Pollischansky anführen. Er ist in Wien als Geschäftsführer der Stiegl-Ambulanz im Alten AKH und des Gastronomieunternehmens Centimeter kein Unbekannter und war bisher durch sein Engagement gegen verschärfte Rauchergesetze aufgefallen. So hatte er zum Beispiel gemeinsam mit Schweizerhaus-Wirt Karl Kolarik im April unter dem Titel "Rauchzeichen setzen" eine vom Gastronomie-Fachverband der Wirtschaftskammer unterstützte private Initiative gegen das Rauchverbot gestartet – inklusive Demonstration vor dem Parlament.

Nicht nur Rauchen als Thema

Aber nicht nur Rauchen soll Thema der neuen Liste sein. Man habe sich mehr Bürgerbeteiligung und Mitspracherecht nach Schweizer Vorbild zum Ziel gesetzt. Potenzial sieht BZÖ-Landesparteiobmann Schwingenschrot, der als Pressesprecher der neuen Liste fungieren wird, genug. Erhebungen hätten ergeben, dass vier bis sechs Prozent der Stimmen möglich seien.

Auch Frank Stronach selbst soll von der neuen Liste wissen und diese unterstützen. Bisher hatte er nur angekündigt, dass das Team Stronach nicht bei der Wien-Wahl kandidieren werde, was mit der bloßen Unterstützung neuer Kandidaten ja auch zutrifft.

Bei der Wahlbehörde (MA 62) war am Montag die neue Liste offiziell noch nicht bekannt, man kenne aber bereits die Gerüchte. Eine Kandidatur erscheine "plausibel", hieß es. (Rosa Winkler-Hermaden, 11.8.2015)

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