Aufregung um "Österreich"-Interview mit Mohamed M.'s Familie

10. August 2015, 11:37
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Vater des IS-Kämpfers bestreitet laut "Kurier", der Tageszeitung "Österreich" ein Interview gegeben zu haben – "Österreich" will klagen

Wien – Mitte vergangener Woche tauchte ein Video des IS auf, in dem offenbar der in Österreich geborene Mohammed M. eine Geisel exekutiert. Seine in Wien lebende Familie distanzierte sich schriftlich von ihrem Sohn. In den "Österreich"-Ausgaben von Samstag und Sonntag erschien daraufhin ein Interview mit M.s Vater.

Der "Kurier" berichtet in seiner Online-Ausgabe, dieses Interview soll so nie stattgefunden haben. Laut Artikel hat die Familie ein Schreiben an "Österreich" geschickt, da sie die Zeitung wegen ihres Namens irrtümlich für ein Organ der Republik Österreich gehalten habe. Eigenen Angaben nach hat die Familie nur dem "Kurier" ein Interview gegeben. Dieser findet es zumindest interessant, "dass Teile dieses Gespräches, das am Samstag veröffentlicht wurde, zufällig auch im ,Österreich' vom Sonntag zu finden sind". Die Familie überlege nun rechtliche Schritte und wurde bei der Polizei vorstellig, die sie allerdings an den Presserat verwiesen hat.

"Österreich" reagierte prompt: In der Montagsausgabe distanzierte man sich von den Vorwürfen des "Kurier" und droht nun selbst mit Klage. "Österreich" schreibt, M.s Vater habe am Donnerstag zuerst die Redaktion kontaktiert, bevor er am Freitag dann auch eine Mail an den "Kurier" und weitere Medien sandte. Am Freitagnachmittag fand demnach ein Telefoninterview statt. Das Interview sei von M.s Vater selbst unter Übermittlung der eigenen Telefonnummer angeboten worden. "Österreich" führt die Behauptungen des "Kurier" auf den "übertriebenen Konkurrenzneid einer halb toten" Zeitung zurück. (ahab, 10.8.2015)

  • Mohamed M. bei seinem Berufungsprozess 2009 in Wien. Er soll in Palmyra eine Geisel exekutiert haben.

    Mohamed M. bei seinem Berufungsprozess 2009 in Wien. Er soll in Palmyra eine Geisel exekutiert haben.

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