Microsoft gibt auf: "Wollen nicht mit Steam konkurrieren"

10. August 2015, 10:38
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PC-Gaming-Chef Unangst: "Unser Ziel ist jetzt kein anderes, als Steam zu unterstützen"

Viele Jahre lang versuchte Microsoft einen populären und lukrativen Konkurrenten zur PC-Spieleplattform Steam aufzubauen. Aus Games for Windows Live wurde jedoch nicht mehr als ein weiteres Zusatzprogramm, das PC-Spielern neben Origin, Uplay und weiteren eigenständigen Apps zur Last fällt. Das scheint der Konzern mittlerweile selbst eingesehen zu haben und setzt seine Prioritäten heute gänzlich anders.

"Wir beabsichtigen nicht, mit Steam zu konkurrieren. Tatsächlich wollen wir, dass Steam sogar noch erfolgreicher ist – sie haben großartiges für PC-Gamer geleistet, im Hinblick auf einen vereinenden Store", sagt Kevin Unangst, Leiter des PC-Spielebereichs von Microsofts Xbox-Gruppe, in einem Interview mit PC Gamer. Games for Windows Live bezeichnet er nachträglich als "falschen Zugang".

Kleine Hoffnung

"Wollen wir, dass Entwickler mit der Zeit zu unserem Store kommen und (ihre Spiele) neben Steam auch hier anbieten? Absolut. Ist Wettbewerb gut für Menschen? Absolut. Aber unser Ziel ist jetzt kein anderes, als Steam zu unterstützen und dabei zu helfen, dass es toll auf Windows 10 läuft", so Unangst.

Für viele langjährige Branchenbeobachter dürfte Microsoft Umdenken überraschend erscheinen. Nicht nur versucht der Konzern spätestens seit Windows 8 mittels Windows Store eine einheitliche, eigens kontrollierte Vertriebsplattform für Windows-Programme zu etablieren und damit auch dem dominierenden Spiele-PC-Store Steam Wasser abzugraben, auch verschlechterte sich in den vergangenen Jahren zunehmend das Verhältnis zwischen den Anbietern. So kritisierte Valve-Gründer (Betreiber von Steam) Gabe Newell wiederholt Microsofts Versuch ein geschlossenes Ökosystem aufzubauen und treibt mit SteamOS seither aktiv ein zunehmend spieltauglicheres alternatives Betriebssystem zu Windows voran.

Widerspruch?

Widersprüchlich wirkt Unangst Aussage wiederum vor dem Hintergrund, dass Microsoft mit Windows 10 versucht, das Xbox-Ökosystem inklusive Streaming-Möglichkeiten und Community-Features zu etablieren. Der Verkauf von Games scheint allerdings nicht im Fokus zu stehen. Gleichzeitig wird Windows 10 das neue Fundament für die Spielkonsole Xbox One. (zw, 10.8.2014)

  • Steam wird wohl auch weiterhin den PC-Spielemarkt dominieren.
    foto: steam

    Steam wird wohl auch weiterhin den PC-Spielemarkt dominieren.

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