Topmanager verdienen weniger

10. August 2015, 14:07
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Gehaltsreport von Kienbaum: Die obere Riege verdient tendenziell weniger, Gehälter auf Spezialisten- und Sachbearbeiterebene steigen an

Geschäftsführer sind natürlich im Vergleich immer noch Spitzenverdiener: Sie erhalten ein durchschnittliches Jahresgehalt von 292.000 Euro. Bereichsleiter verdienen im Schnitt 179.000 Euro, Abteilungsleiter 119.000 Euro und Teamleiter 87.000 Euro. Das Durchschnittsgehalt von Spezialisten beträgt 56.000 Euro und das von Sachbearbeiterin 41.000 Euro.

grafik: der standard / köck / kienbaum
Die Entwicklungen auf einen Blick.

Aber: Hinter dieser Statistik verbirgt sich Bewegung. Je höher die Mitarbeiter in der Unternehmenshierarchie angesiedelt sind, desto negativer entwickelt sich ihre Vergütung. Die jährliche Gesamtvergütung inklusive Boni ist bei Geschäftsführern und Bereichsleitern im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent gesunken. Abteilungsleiter verdienen hingegen rund ein Prozent und Teamleiter gut zwei Prozent mehr; bei den Sachbearbeitern steigt das Gehalt sogar um mehr als fünf Prozent. Das ergab der aktuelle Vergütungsreport Österreich der Beratungsgesellschaft Kienbaum.

Ziele nicht erreicht

Ursache demnach für die teilweise rückläufigen Gehälter: Die variable Vergütung ist binnen Jahresfrist im Schnitt um sechs Prozent gesunken, die Grundvergütung um knapp drei Prozent gestiegen. "Das Gehalt der obersten Führungsebene ist in der Regel direkt mit dem Unternehmenserfolg und den zentralen Unternehmenskennzahlen verknüpft. Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage in Österreich haben viele Manager ihre mit dem Bonus verknüpften Ziele nicht erreicht. Führung wird in österreichischen Unternehmen derzeit wenig honoriert", sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Alfred Berger.

Dort, wo die Variablen an die Unternehmensperformance geknüpft sind, schaut es tendenziell schlechter aus, dort, wo sie an individuellen Zielen hängen, besser. Bei den Spezialisten stieg sogar die Verbreitung der variablen Vergütung von 45 auf 54 Prozent.

Unternehmen müssen aufpassen

Gut möglich, dass sich diese aktuellen Befunde zum Trend auswachsen: "Trotz der teils noch beträchtlichen Gehaltsunterschiede müssen Unternehmen sicherstellen, dass sowohl die horizontalen als auch die vertikalen Abstände bei der Vergütung gewahrt bleiben. Insbesondere die vertikale Logik wird zunehmend unterminiert. Dies wird sich in Zukunft noch verschärfen, weil die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich nach unten revidiert wurden, was sich wiederum negativ auf die Gesamtvergütung des oberen Managements auswirkt", so Berger.

Uni-Bachelors verdienen mehr

Die Studie beziffert auch den Zusammenhang zwischen akademischer Ausbildung und Gehalt. Demnach verdienen Bachelors (FH) im Schnitt 32.800 Euro, Bachelors der Uni 33.900 Euro, Masters FH/Magister/Diplom FH 38.500, Masters Uni/Magister/Diplom Uni 39.700 und Doktoranden 45.900 Euro.

Während in Wien um zehn Prozent mehr als im Österreichschnitt gezahlt werden, sind es im Burgenland um zehn Prozent weniger. In Tirol (plus zwei Prozent), Niederösterreich (plus drei Prozent), Salzburg (fünf Prozent) und Oberösterreich (sechs Prozent) liegen die Einkommen über dem Durchschnitt, in Kärnten (minus sechs Prozent) Vorarlberg und der Steiermark (je minus drei Prozent) darunter. (APA, kbau, 10.8.2015)

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