Tourismussteuer breitet sich in Italien aus

8. August 2015, 13:00
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Die Zahl der Kommunen, in der Touristen die unpopuläre Kurtaxe entrichten müssen, ist in diesem Sommer um 8,6 Prozent

Rom – Um ihre nach de Krise leeren Kassen aufzufüllen, führen immer mehr Gemeinden in Italien die Tourismussteuer ein. Die Zahl der Kommunen, in der Touristen die unpopuläre Kurtaxe entrichten müssen, ist in diesem Sommer um 8,6 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr gestiegen. Inzwischen muss man den Obolus schon in 705 Gemeinden zahlen.

Damit sichern sich die Kommunen Einnahmen von insgesamt 430 Millionen Euro pro Jahr, berichteten italienische Medien. Bis vor wenigen Jahren wurde die Tourismussteuer nur in wenigen Kunststädten bezahlt. Angesichts der Millionen Übernachtungsgäste, die jährlich in Italien gemeldet werden, gilt die Abgabe als wahrer Segen für die Gemeindekassen. Mit der Steuer sollen die hohen Ausgaben für den Erhalt der Palazzi, Monumente und Denkmäler sowie der Parks finanziert werden. Allzu oft deckt die Tourismussteuer jedoch das Defizit der Gemeindekassen in dieser Phase strengen Einsparungen.

Zu den Städten mit der teuersten Tourismussteuer zählt Rom. Wer in einem Fünfsterne-Hotel übernachtet, muss in der Ewigen Stadt eine Abgabe von zehn Euro zahlen, in einem Dreisterne-Hotel sind es vier Euro, in einem Campingplatz zwei Euro. In Venedig beträgt die Kurtaxe in einem Fünf Sterne-Hotel fünf Euro. Gäste, die in der Lagunenstadt übernachten, müssen einen Beitrag zahlen, der je nach Jahreszeit und nach Art der Unterkunft – Hotel, Pension oder Campingplatz – festgelegt wird. Kinder unter zehn Jahren sind ausgenommen, Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren müssen nur 50 Prozent der Steuer begleichen. (APA, 8.8.2015)

  • Eine Touristin in Rom.
    foto: reuters/rossi

    Eine Touristin in Rom.

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