Donald Trump und die Medien: Kein Mann der Zukunft

Kommentar7. August 2015, 17:32
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Je früher sich die Öffentlichkeit auf tatsächlich ernst zu nehmende Kandidaten konzentriert, desto besser

Silvio Berlusconis Bunga-Bunga-Partys? Empörend. Frank Stronachs Frauenbild? Der Verzweiflungslacher schlechthin. Und nun also Donald Trump – ein gefundenes Fressen für die Medien: starrsinnig, schrill, jenseitig. Ein unerschöpflicher Quell an Absurditäten und gschmackigen Zitaten. Was will man mehr im journalistischen Sommerloch?

Doch so einfach sollte man es sich nicht machen. Im November 2016 wird schließlich nicht der RTL-Dschungelkönig gewählt, sondern die mutmaßlich einflussreichste Person des Planeten. So verführerisch und unterhaltsam es auch sein mag, sich auf Trump zu stürzen: Man würde damit letztlich nur auf billiges Politmarketing hereinfallen.

Zahlreiche Medien (ja, schon gut, auch Der STANDARD) haben lang und breit über den rüpelhaften US-Milliardär berichtet. Das ist bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar, akzeptabel und sogar richtig – denn die Person Donald Trump zeichnet auch mit ein Bild des Zustandes, in denen die USA sich zurzeit befinden.

Spätestens mit der jüngsten TV-Debatte sollte aber klar geworden sein, dass hier nicht der Mann der Zukunft steht. Je früher sich die Öffentlichkeit auf tatsächlich ernst zu nehmende Kandidaten konzentriert, desto besser. Das kann für das Niveau der politischen Diskussion nur förderlich sein. Wir alle hatten unseren Spaß, jetzt bitte wieder zurück in den Normalmodus. (Gianluca Wallisch, 7.8.2015)

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