Tests an Fischzellen statt Versuchen mit lebenden Tieren

9. August 2015, 18:41
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Forscher stellen eine humanere Methode für Umwelttests vor

Zürich – Fischzellen im Labor könnten genauso gut Auskunft über Umweltrisiken geben wie Versuchstiere. Das haben Tests von Schweizer und britischen Forschern gezeigt, wie die Schweizer Forschungsanstalt EAWAG (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz) mitteilte.

Hintergrund

Umweltbehörden verlangen vor der Zulassung neuer Chemikalien oft Tests mit Babyfischen. Denn das Wachstum der Jungtiere reagiert sehr empfindlich auf Schadstoffe im Wasser. Diese Tests sind nicht nur aufwendig, teuer und langwierig – sie kosten auch unzählige Fische das Leben – 2011 waren es in der EU insgesamt rund 180.000.

Nun haben EAWAG-Forscher mit Kollegen von den ETHs Zürich und Lausanne sowie der Universität York die Tests anhand von Kulturen von Kiemenzellen durchgeführt statt mit lebenden Fischen. Sie maßen, wie schnell sich die Zellen vervielfachten und rechneten dies mit einem Computermodell auf den ganzen Fisch hoch.

Gute Ergebnisse

Nach nur fünf Tagen zeigten die je nach Chemikalienbelastung schneller oder langsamer angestiegenen Zellzahlen laut den Forschern eine "verblüffend gute Übereinstimmung" mit den unabhängig davon durchgeführten Versuchen mit Fischen. Die Resultate wurden im Fachjournal "Science Advances" veröffentlicht.

"Es ist das erste Mal, dass wir von Zellkulturen sehr treffsicher auf Effekte an Tieren schließen konnten, die bei diesen erst nach Wochen oder gar Monaten sichtbar werden", wurde Kristin Schirmer zitiert, die an der EAWAG die Forschung zum Ersatz von Tierversuchen leitet. (APA, 9. 8. 2015)

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