Niemand will Monte dei Paschi

7. August 2015, 16:50
2 Postings

Europäische Zentralbank drängt auf eine Partnerschaft

Mailand – Obwohl die Problembank Monte dei Paschi di Siena (MPS) im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 121 Millionen Euro geschrieben und kürzlich eine Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro abgeschlossen hat, findet sie keinen Partner. Auf diesbezüg liche Anfragen, die zuletzt auf internationaler Ebene versandt wurden, gab es keine Antwort.

Kurz vor seinem Rücktritt hat Expräsident Alessandro Profumo zur Wochenmitte wissen lassen, dass die "schwierigen" Zeiten für MPS mit Problemkrediten von 45 Milliarden so lange anhalten, bis ein geeigneter Partner gefunden sei. Die Europäische Zentralbank (EZB) will das. Doch ein Partner ist weit und breit nicht in Sicht.

Gründe für die Schwierigkeiten gibt es mehrere. Die Bankenwelt wartet die neuen Kapitalvorgaben der EZB ab, die im Herbst präsentiert werden sollen. Vorher ist es schwierig, wichtige Entscheidungen zu treffen. Zwar hat MPS den 2014 begonnenen Kostenabbau fortgesetzt und das Aufwand-Ertrags-Verhältnis auf 54 Prozent (von 65 Prozent) verbessert. Auch übertrifft das Traditionshaus aus Siena mit einer Kernkapitalquote von 10,8 Prozent die EZB-Auflagen. Die Frage ist, ob es auch den politischen Willen gibt, MPS zu verkaufen. Schließlich stammt Regierungschef Matteo Renzi aus der Region Toskana, dem Sitz der Bank. Dort ist auch sein wichtigstes Wählerpotenzial. (tkb, 7.8.2015)

Share if you care.