Weakend: Buht Salzburg ...

8. August 2015, 09:00
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... und macht Budapest Plaudereien aus dem Altertum ruchbar, könnte Josef Ostermayer schon auch noch was tun

Wow: Da hat sich Salzburg einen Fidelio inszenieren lassen, und der wurde ausgebuht. Aber wie. Dirigent Franz Welser-Möst eh nicht. Da hat jeder Beethoven-Ton gepasst.

Ein paar Tage vorher ist via Profil ruchbar geworden, dass der sozialdemokratische Abgott Bruno Kreisky im Geplauder mit Ungarns KP-Chef János Kádár 1986 nicht nur den deutschen Kanzler Helmut Kohl skizziert hatte ("dummer und beschränkter Politiker"), sondern auch Nachfolger Fred Sinowatz. Der wäre so weit zwar eh okay – aber die Berater! Damals – Waldheim-Affäre – klagte er wohl über den aktuellen Hans Pusch, der Kreisky so imitieren konnte, dass dieser wohl manchmal selber über sich und sein Allotria erschrak.

Im Hinterkopf des Grantlers spukte aber auch Fritz Herrmann, kulturpolitisch umfassender, aber wenig korrekter Berater des Kunstministers Sinowatz. Der hatte sich versteift aufs Protegieren einer Volkskultur, die mit Andreas Gabalier circa so viel zu tun hatte wie der mit Herbert von Karajan. Als dann aber die SPÖ angefangen hat, sich generell im Hochkulturschatten sauwohl zu fühlen, riss Herrmann 1977 die Geduld in Form einer sehr schönen Gstanzlelegie, aus der wir gerne Gstanzl 15 zitieren: "Es scheißt der Herr von Karajan / bei jedem falschen Ton sich an / und wascht sein' Arsch im Goldlawur / anal sein g'hört zur Hochkultur." Und jetzt stell dir nur kurz vor: Kulturminister Josef Ostermayer zöge durchs festspielgeschurigelte Land und lese so was laut vor – oder, von mir aus, auch luise. (wow, 8.8.2015)

  • Kulturminister Josef Ostermayer.
    foto: matthias cremer

    Kulturminister Josef Ostermayer.

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