Bund plant Öffnung von 550 Container-Plätzen teilweise "in den nächsten Tagen"

7. August 2015, 12:05
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Knapp 1000 Flüchtlinge sind derzeit in Österreich in Zelten untergebracht

Wien – Zelte, Container oder gar Traglufthallen – diese Optionen für mehr oder weniger mobile Asyl-Unterkünfte werden derzeit ventiliert. Doch während derzeit an die 1.000 Personen in Zelten untergebracht sind, sind die geplanten Container-Quartiere des Bundes noch nicht operativ. Das soll sich in den nächsten Tagen aber ändern, womit zusätzlich 550 Plätze geschaffen werden.

480 Personen lebten mit 6. August in Traiskirchen in Zelten, je 200 in Salzburg und in Krumpendorf (Kärnten) und 50 im Burgenland (Eisenstadt). In Kärnten kommen demnächst weitere 280 Plätze in Althofen hinzu. Ein Zelt bietet acht Personen Unterkunft.

Container statt Zelte in Oberösterreich

Die Zelte im Wahlkampf-geprägten Oberösterreich sind mittlerweile abgebaut, dort wurden stattdessen Container aufgebaut. Jene in Mondsee und Ohlsdorf bieten je 100 Plätze und sollten "in den nächsten Tagen" bezogen werden, hieß es im Innenministerium zur APA. Weitere 100 Personen sollen in Containern auf dem Gelände der Kaserne Hörsching unterkommen, hier müssten aber noch Maßnahmen zur Abtrennung des militärischen Betriebs gesetzt werden, ab Mitte August ist Ziel für die Inbetriebnahme. 38 Container ergeben Platz für 50 Personen, somit sind pro Standort 76 Container geplant.

"Maximal 250 Plätze" wird es im Asyl-Verteilerzentrum in Innsbruck geben, das ebenfalls in Container-Bauweise errichtet wurde. Derzeit wohnt dort aber auch noch niemand, "in den nächsten Tagen" soll es in Betrieb gehen. Dann fehlen nur noch die Verteilerzentren in Kärnten und der Steiermark. In letzterer warte man darauf, dass das Bundesheer die Kaserne Fehring freimacht, heißt es im BMI. Bis dahin fungiert die Bundesunterkunft in Spital am Semmering als Ersatz.

Zeltlager Krumpendorf "Verteilerzentrum"

In Kärnten müht man sich mit örtlichen Blockaden in Ossiach, weswegen derzeit das Zeltlager Krumpendorf "Verteilerzentrum" ist. Das Innenministerium verweist einmal mehr darauf, wie schwierig es für den Bund sei, Container aufzustellen. Wegen bau- und widmungsbehördlicher Hürden seien deshalb weiter Zelte nötig. Ändern soll sich das mit dem geplanten Verfassungsgesetz, das derzeit in Ausarbeitung ist.

Unabhängig davon sind etwaige Container-Pläne der Länder, so wurde zuletzt etwa Marchegg in Niederösterreich ventiliert. Und auch Traglufthallen legte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den Bundesländern ja wärmstens an Herz, deren Euphorie hält sich aber in Grenzen. (APA, 7.8.2015)

  • Die geplanten Container-Quartiere des Bundes sollen laut Innenministerium teilweise "in den nächsten Tagen" bezogen werden.
    grafik: apa

    Die geplanten Container-Quartiere des Bundes sollen laut Innenministerium teilweise "in den nächsten Tagen" bezogen werden.

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