Forscher wollen Krebszellen die Energieversorgung kappen

7. August 2015, 11:20
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Genfer Forscher haben einen leuchtenden Biosensor für die Energieversorgung von Körperzellen entwickelt. Damit wollen sie Energieversorgung von Krebszellen kappen

Mitochondrien sind die Kraftwerke, die Zellen zuverlässig mit Energie versorgen. Wuchernde Krebszellen setzen jedoch hauptsächlich auf den schnelleren Zuckerstoffwechsel, um Nahrung in Energie umzusetzen. Deshalb vermuten Wissenschafter, dass sich Krebszellen aushungern lassen könnten, wenn die Aktivität der Mitochondrien angekurbelt wird.

"Kraftstoff" der Mitochondrien ist das sogenannte Pyruvat, das von einem Transportmolekül namens MPC angeliefert wird. Das Team um Jean-Claude Martinou von der Universität Genf hat nun den Transporter gentechnisch mit einem leuchtenden Stoff versehen, der seine Aktivität anzeigt, wie die Hochschule nun mitteilte.

Neue Therapieansätze

Wie erwartet war die Aktivität des Transportmoleküls bei Tumorzellen sehr niedrig, berichten die Forscher im Fachjournal "Molecular Cell". Defekt war der Transporter jedoch nicht, denn als die Forscher bei den Zelllinien künstlich die Menge von Treibstoff – also Pyruvat – erhöhten, trat er wieder in Aktion.

Das Pyruvat erhöhten die Forscher mithilfe eines neuen Anti-Tumorpräparats, das die normale Aktivität von MPC wieder herstellte. Offensichtlich ist also ein Mangel an Treibstoff für die geringe Transporter-Aktivität in Krebszellen verantwortlich. Die Kontrolle über Pyruvat sei kritisch, um den gesamten Energiestoffwechsel einer Zelle zu regulieren, schreiben die Forscher.

Eine Erhöhung des Pyruvat-Transports in die Mitochondrien könnte somit Krebszellen von ihrer eigentlichen Energiequelle, dem Zuckerstoffwechsel, abschneiden. Die Forscher hoffen nun, dass es mithilfe ihres neuen Biosensors möglich sein könnte, Stoffe zu entdecken, die das Potenzial für neue Therapieansätze bieten. (APA, 7.8.2015)

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