Donezk: Schwierige Aufgabe für Rapid im Playoff

7. August 2015, 11:12
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Es geht in die Ukraine. Rapid Wien trifft im Playoff zur Champions League auf den ukrainischen Spitzenklub Schachtar Donezk

Nyon – Kein Manchester United, kein Bayer Leverkusen und auch kein Valencia. Sporting Lissabon wurde ebenfalls nicht zugeteilt, also ist für Rapid im Playoff zur Champions League Schachtar Donezk übriggeblieben. Die erste Partie steigt am 19. August im Happel-Stadion, die zweite am 25. in Lemberg.

"Ein sehr, sehr starker Gegner, wir freuen uns auf diese Aufgabe", sagte Rapids Trainer Zoran Barisic, der den Erfolg gegen Ajax verarbeitet hat. "Schachtar ist ein Spitzenklub, der viel individuelle Klasse hat." Barisic wird "auf alle Fälle" den bei Dynamo Kiew engagierten ÖFB-Legionär Aleksandar Dragovic als Informanten einschalten.

Schachtar freut sich wiederum auf Rapid. "Wir haben das stärkste Team aller Zeiten", sagte Sportdirektor Sergej Palkin unmittelbar nach der Auslosung. Dabei sind Langzeittrainer Mircea Lucescu, der seit 2004 im Amt ist, in der Transferperiode drei brasilianische Stützen abhandengekommen. Neben Douglas Costa, der um 30 Millionen Euro zu Bayern München ging, verlor der Rumäne auch Stürmer Luiz Adriano und Mittelfeldspieler Fernando.

Als Ersatz wurden überwiegend jüngere ukrainische Spieler geholt. Palkin: "Wir sehen uns als Team, das stets in der Gruppenphase sein will." Sollte Rapid scheitern, würde man an der Gruppenphase der Europa League teilhaben. Selbiges gilt für Donezk.

Hoffen auf den Grundstein

Aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine muss Schachtar, das die letzte Saison nach Serienmeisterschaften zur Abwechslung auf Platz zwei beschloss, seine Europacup-Heimspiele im EM-Stadion von Lemberg austragen.

"Es tut mir sehr leid um die Probleme, die dort herrschen, aber sportlich hat das keine Auswirkungen auf uns", bemerkte Barisic. "Schachtar befindet sich im Meisterschaftsrhythmus und hat viele individuell starke Spieler. Das ist eine große Herausforderung für uns. Ich hoffe, wir legen ein gutes Hinspiel in Wien hin."

Auch sein Sportdirektor Andreas Müller hofft, dass es Rapid gelingt, nach Ajax Amsterdam die nächste schwere Hürde zu meistern. "Wir können wirklich was schaffen, was für die Truppe und den ganzen Klub sensationell wäre", sagte der Deutsche.

"Wir wollen den Grundstein zu Hause legen, damit wir eine dicke Chance haben, in die Gruppenphase aufzusteigen. Wir werden sehen, ob wir schon so weit sind. Das Team hat aber bereits gezeigt, dass wir in Amsterdam trotz eines nicht so guten Ergebnisses zu Hause bestehen können", erinnerte Müller an den packenden 3:2-Sieg am Dienstagabend in Amsterdam nach dem 2:2 im Hinspiel in Wien.

Bezüglich Europacup-Prämien für die Spieler ließ sich Müller nicht in die Karten schauen. "Das wird von Runde zu Runde mit dem Mannschaftsrat entschieden und bleibt in unseren vier Wänden", erklärte der Sportdirektor.

Disziplinierte Österreicher

Schachtar hat bereits zwei Europacup-Duelle mit österreichischen Gegnern hinter sich. 2007 setzte man sich in der Champions-League-Qualifikation gegen Red Bull Salzburg nach 0:1-Niederlage im Hinspiel zu Hause mit 3:1 durch. 2002 schlitterte man in der Hochzeit der Frank-Stronach-Ära in der ersten UEFA-Cup-Runde in ein 1:5-Debakel gegen die Wiener Austria. Im Rückspiel gab es wenigstens ein 1:0.

"Österreichische Klubs sind bekannt für ihre Disziplin und Leidenschaft. Wir haben in der Vergangenheit einige Schwierigkeiten gegen österreichische Teams gehabt, und wir waren da nicht immer der Sieger. Daher ist Rapid sicher kein einfaches Los", meinte Mittelfeldspieler Taras Stepanenko. (red/APA, 7.8.2015)

Paarungen im Playoff zur Champions-League:

Meister-Weg:

FC Astana – Apoel Nikosia
Skenderbeu Korca – Dinamo Zagreb
Celtic Glasgow – Malmö FF
FC Basel (Janko) – Maccabi Tel Aviv
BATE Borisow – Partizan Belgrad

Nicht-Meister-Weg:

Rapid Wien – Schachtar Donezk
Lazio Rom – Bayer Leverkusen
Manchester United – FC Brügge
Sporting Lissabon – ZSKA Moskau
FC Valencia – AS Monaco

Spieltermine 18./19. August sowie 25./26. August

Die Aufsteiger stehen in der Gruppenphase der Champions League, die Verlierer steigen in die Gruppenphase der Europa League um.

  • Jüngster Titel in der Donezker Sammlung ist der ukrainische Supercup, der im Juli im Duell gegen Dynamo Kiew gewonnen wurde.
    foto: ap/lukatsky

    Jüngster Titel in der Donezker Sammlung ist der ukrainische Supercup, der im Juli im Duell gegen Dynamo Kiew gewonnen wurde.

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