"Daily Show": Jon Stewart verabschiedet sich

7. August 2015, 12:37
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Satire mit Einfluss: Nach 16 Jahren lässt es Jon Stewart gut sein – Ehemalige Wegbegleiter gaben sich ein letztes Stelldichein

New York/Wien – "Ich habe große Neuigkeiten: Das ist es, das ist die letzte Folge." Mit diesen Worten begann Jon Stewart am Donnerstagabend seine letzte "Daily Show". Zu seinem Abschied nahm er auch seine Zuschauer in die politische Pflicht: "Wenn ihr etwas riecht, sagt etwas." Einige ehemalige Wegbegleiter gaben sich ein letztes Stelldichein und auch John McCain und Barack Obama sendeten Abschiedsnachrichten. Während Obama Stewart als Geschenk für das Land lobte, gab sich McCain mit "Mach's gut, Blödmann" etwas reservierter.

Die ursprüngliche Satiresendung avancierte unter seiner Ägide zu einem investigativen Format. Mit der Qualität der Show wuchs auch ihr Einfluss: Die Politik begann auf die Sendung zu reagieren. Jon Stewart wurde zum Chefkritiker von zumeist konservativer Politik.

CNN unter Druck

Ursprünglich hätte Jon Stewart sein Buch im CNN-Format "Crossfire" präsentieren sollen. Sein Auftritt wurde zur reinen Kritik an der Sendung selbst. CNN nahm sich diese Kritik zu Herzen und stellte das Format ein.

alex felker

Pizza-Knigge

So unglaublich es scheinen mag, 2014 kam der neu gewählte New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio gehörig unter Druck, da er es wagte seine Pizza in der Öffentlichkeit mit Messer und Gabel zu essen: Wer Pizza nicht mit den Händen esse, wie jeder normale Amerikaner auch, hielte sich wohl für was Besseres, lautete der Vorwurf der Medien. Jon Stewart ließ es sich nicht nehmen, de Blasio hier Nachhilfe zu geben.

jacob kornbluh

Medienkritik

Selbst Kollegen waren nicht vor Jon Stewart sicher: Die ehemalige New York Times Reporterin Judith Miller musste sich vorwerfen lassen, dass ihre journalistische Arbeit mitverantwortlich am Irakkrieg gewesen sei.

cnn

Unter Freunden

Jon Stewart wird ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Barack Obama nachgesagt – politisch wie auch privat. Dies hinderte Stewart nicht, auch auf den Präsidenten abzuzielen. Angesprochen auf seine bis dato nicht erfüllten Wahlversprechen, änderte Obama während eines Interviews dann auch seinen Wahlkampfslogan von "Yes We Can" in "Yes We Can, but...". (ahab, 7.8.2015)

talent meets power
  • 18 Emmys gewann Jon Stewart mit der Daily Show – jetzt verabschiedet sich von den Bildschirmen.
    foto: ap

    18 Emmys gewann Jon Stewart mit der Daily Show – jetzt verabschiedet sich von den Bildschirmen.

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