Trump im Schlagabtausch mit republikanischen Mitbewerbern

7. August 2015, 06:25
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Milliardär schließt Kandidatur als Parteiloser nicht aus

Washington – In der ersten großen TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber hat sich Donald Trump einen hitzigen Schlagabtausch mit seinen Konkurrenten geliefert. Der Immobilientycoon wetterte am Donnerstag (Ortszeit) in Cleveland gegen die "dummen" politischen Eliten und forderte den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Eine Kandidatur als parteiloser Kandidat schloss er nicht aus.

"Ich möchte als republikanischer Kandidat antreten", sagte der in den Umfragen führende Trump. Auf die Frage der Moderatoren, ob er bei einer Niederlage im Vorwahlkampf auf einen Alleingang verzichten werde, antwortete er: "Ich werde zum gegenwärtigen Zeitpunkt dieses Versprechen nicht geben." Der Milliardär sorgt seit der Verkündung seiner Bewerbung Mitte Juni für Wirbel im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Der durch eine Reality-Fernsehsendung bekannte Geschäftsmann schlachtet vor allem das Thema illegale Einwanderung populistisch aus.

Mauern bauen

"Wir müssen eine Mauer bauen. Und sie muss schnell gebaut werden", sagte Trump. Die "dummen Spitzenpolitiker in den Vereinigten Staaten" würden nichts gegen illegale Einwanderung unternehmen. Im Publikum stießen die Äußerungen des Milliardärs auf geteilte Reaktionen: Neben Applaus waren auch laute Buh-Rufe zu hören. Der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, warf Trump eine "spaltende Sprache" vor.

Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, sagte, dass Trump mit der Einwanderungsdebatte einen "Nerv" getroffen habe. "Die Leute sind frustriert. Sie haben es satt", sagte Kasich und fügte mit Blick auf Trump hinzu: "Er hat seine Lösungen, einige von uns haben andere Lösungen." Bush sprach sich dafür aus, Einwanderern ohne gültige Papiere einen Weg in die Legalität zu ermöglichen. Wisconsins Gouverneur Scott Walker machte dagegen deutlich, dass es mit ihm als Präsidenten keine "Amnestie" geben werde.

Daten sammeln

Bei der Debatte ging es auch um die Sanierung der Staatsfinanzen, den Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), das Atomabkommen mit dem Iran sowie Streitfragen wie Abtreibung, landesweite Schulstandards, die Homo-Ehe sowie die Überwachung durch den Geheimdienst NSA. "Wir müssen den Behörden mehr Werkzeuge geben, um unsere Leute zu schützen, und diese (Werkzeuge) dann beaufsichtigen", sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie. "Ich will mehr Datensätze von Terroristen sammeln, aber weniger von unabhängigen Amerikanern", entgegnete ihm Kentuckys Senator Rand Paul, dem die Spionage zu weit geht.

Die republikanischen Bewerber kritisierten außerdem die frühere Außenministerin Hillary Clinton, die als große Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gilt. "Jeder Teil der Welt, den Hillary Clinton angerührt hat, ist heute in größerer Unordnung", sagte Walker.

Irak-Krieg war "Fehler"

Bush distanzierte sich von dem unter seinem Bruder angeordneten Einmarsch in den Irak. Rückblickend sei der Krieg ein "Fehler" gewesen, sagte der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush und Sohn von Ex-Präsident George H.W. Bush. "Ich wäre nicht reingegangen." Zugleich warf er Präsident Barack Obama vor, den Irak mit dem Abzug der US-Armee im Stich gelassen und damit den Aufstieg der IS-Miliz begünstigt zu haben.

Die erste große Fernsehdebatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber war vom Nachrichtensender Fox News organisiert worden. Angesichts des 17-köpfigen Bewerberfeldes entschied sich der Sender für zwei getrennte Debatten: Zur besten Sendezeit durften sich die zehn Bewerber messen, die laut einem Bündel von Umfragen zuletzt am besten abschnitten.

Neben Trump, Bush, Kasich, Walker, Christie, Paul, nahmen auch der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der pensionierte Neurochirurg Ben Carson sowie Senatoren Ted Cruz und Marco Rubio teil. Sieben weitere Bewerber kamen nur bei einer weniger prominenten Veranstaltung am Nachmittag zum Zug.

Die Vorwahlen beginnen im Jänner 2016 im US-Staat Iowa. Bis Mitte 2016 stehen dann die Präsidentschaftskandidaten fest, die am 8. November in den USA zur Wahl stehen. Amtsinhaber Barack Obama darf nach seinen zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. (APA, 7.8.2015)

  • Herrenabend: Die republikanischen Kandidaten (v.l.n.r.) Chris Christie, Marco Rubio, Ben Carson, Scott Walker, Donald Trump, Jeb Bush, Mike Huckabee, Ted Cruz, Rand Paul und John Kasich beim TV-Duell.
    foto: ap/andrew harnik

    Herrenabend: Die republikanischen Kandidaten (v.l.n.r.) Chris Christie, Marco Rubio, Ben Carson, Scott Walker, Donald Trump, Jeb Bush, Mike Huckabee, Ted Cruz, Rand Paul und John Kasich beim TV-Duell.

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