Mistral-Deal: Hollande sieht viele Interessenten für Kriegsschiffe

6. August 2015, 22:06
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Paris erwartet problemlosen Verkauf nach geplatztem Russland-Deal

Paris – Nach dem Stopp der Lieferung zweier Mistral-Kriegsschiffe an Russland rechnet die französische Regierung mit einem problemlosen Verkauf der Hubschrauberträger. Frankreich werde für die Schiffe "ohne Schwierigkeiten" neue Käufer finden, sagte Staatschef Francois Hollande am Donnerstag bei einem Ägypten-Besuch.

Laut Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian bekundeten "zahlreiche" Länder Interesse. Frankreich und Russland hatten sich am Mittwoch auf die Auflösung des Kaufvertrages geeinigt.s

Hollande und Le Drian erklärten, die von Frankreich zugesicherte Zahlung an Moskau liege unter dem ursprünglichen Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro. Russland hatte einen Teil der Summe bereits an Frankreich gezahlt. Nach der am Mittwoch verkündeten Einigung erstattet Paris an Moskau alle geleisteten Vorauszahlungen zurück.

"Gutes Abkommen"

Er habe in der Angelegenheit mehrfach mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin gesprochen, sagte Hollande, der sich am Donnerstag zur Eröffnung des "Neue Suezkanals" in Ägypten aufhielt. "Es ist ein gutes Abkommen erzielt worden." Wie sein Verteidigungsminister verwies der französische Präsident auf das große Interesse mehrerer Länder an den Kriegsschiffen. Genauere Angaben zu den möglichen Abnehmern machten beide Politiker nicht.

Frankreich und Russland hatten am Mittwochabend bekanntgegeben, dass sie sich auf die Auflösung des Mistral-Vertrages geeinigt hätten. Russland hatte die beiden Hubschrauberträger im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bestellt. Wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine legte Frankreich die Lieferung im vergangenen Jahr jedoch auf Eis. Danach verhandelten beide Seiten monatelang über die Kosten.

Die Schiffe der Mistral-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle". Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Ihre Lieferung an Russland stieß bereits vor der Ukraine-Krise auf Vorbehalte bei osteuropäischen Ländern, die befürchteten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen nutzt. (APA, 6.8.2015)

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