Neue Friedensgespräche im Südsudan

6. August 2015, 20:00
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Waffenruhe wurde bereits mehrmals vereinbart

Addis Abeba/Juba – Die Konfliktparteien im Südsudan haben am Donnerstag in Äthiopien eine weitere Runde von Friedensgesprächen eingeläutet. Der Chefvermittler bei den Gesprächen, Seyoum Mesfin, sagte in Addis Abeba, mittlerweile sei ein "entscheidender Punkt" erreicht, an dem beide Seiten Entscheidungen zum Schicksal des Landes treffen müssten.

Er forderte die Vertreter der Regierung und der Rebellen dazu auf, sich auf einen Friedensvertrag zu einigen. Beide Seiten hätten "genug Zeit für Konsultationen gehabt".

Machtkampf

Hintergrund des Bürgerkriegs in dem jungen Staat ist ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und dem Chef der Aufständischen, Riek Machar. Das Kräftemessen zwischen Kiir und seinem langjährigen Rivalen und ehemaligen Stellvertreter Machar hatte sich im Dezember 2013 zugespitzt. Seitdem versank der schwach entwickelte Staat in einer Spirale der Gewalt, zehntausende Menschen starben.

Die neuen Friedensgespräche sind bereits die neunten seit Beginn des Konflikts. Mehrmals wurde eine Waffenruhe vereinbart – und schon Tage oder sogar Stunden später wieder gebrochen. Mittlerweile vermitteln neben der UNO und dem aus acht ostafrikanischen Ländern bestehenden Igad-Staatenbündnis fünf weitere Staaten der Afrikanischen Union (AU) sowie China, Großbritannien, Norwegen und die USA in dem Konflikt.

Auf dem Tisch liegt ein Abkommen, das die Bildung einer Übergangsregierung vorsieht, in der sich Kiir und Machar die Macht teilen. Beiden wurde ein Ultimatum gestellt, sich bis zum 17. August zu einigen. Sie werden in rund einer Woche ebenfalls in Addis Abeba erwartet. Derzeit sind beide Seiten aber nicht bereit, politisch zusammenzuarbeiten. (APA, 6.8.2015)

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