Sturm verpasst in Kasan die Überraschung

6. August 2015, 19:53
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Team von Franco Foda sorgt zwar mit der zwischenzeitlichen Führung für Spannung, muss aber schlussendlich nach einem 1:1-Remis die Segel streichen

Kasan – Sturm Graz ist bereits in der dritten Qualifikationsrunde zur Fußball-Europa-League gescheitert. Das Team von Franco Foda kam am Donnerstagabend bei Rubin Kasan nicht über 1:1 (0:0) hinaus und schied damit nach der 2:3-Heimniederlage vor einer Woche mit dem Gesamtscore von 3:4 aus. Josip Tadic brachte Sturm zwar in Führung (68.), doch Kapitän Oleg Kusmin erzielte den Ausgleich für Kasan (85.).

Die im Mittelfeld ersatzgeschwächten Steirer hätten aufgrund ihres Chancen-Übergewichts aber schon mit einer Pausenführung in die Kabine gehen müssen. Die erste Möglichkeit hatte Thorsten Schick, dessen Schuss in der 14. Minute am langen Eck vorbeizischte. Bei einem 20-m-Fernversuch von Daniel Offenbacher rettete dann die Außenstange für den geschlagenen Schlussmann Sergej Rischikow (19.). Dazu verstolperte Kristijan Dobras, der schon in der 13. Minute über den Ball geschlagen hatte, einen Sitzer (35.).

Abflachen und Aufbäumen

Aber auch Kasan hatte zwei Topchancen in der ersten Hälfte. So verfehlte ein Flugkopfball von Gökdeniz Karadeniz sein Ziel nur knapp (18.). Und unmittelbar vor dem Wechsel zeichnete sich Sturm-Tormann Michael Esser mit einer Fußabwehr bei einem Schuss von Magomed Osdojew aus (45.). Unmittelbar danach musste Sturms Linksverteidiger Charalampos Lykogiannis, der sein Pflichtspiel-Debüt gab, mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel ausscheiden.

Nach der Pause flachte die Partie zunächst etwas ab, auch weil Kasan sehr tief stand und die Elf von Foda, der in der Pause Bright Edomwonyi für Marc Andre Schmerböck eingewechselt hatte, zunächst kein Rezept fand. Erst ein Eckball von Schick, der von Edomwonyi zum im Fünfer lauernden Tadic weitergeleitet wurde, brachte die Sturm-Führung.

Kusmin ins Herz

Danach fehlte aber der Nachdruck, deshalb setzte Foda zehn Minuten vor Schluss alles auf eine Karte und schickte Stürmer Roman Kienast für den enttäuschenden Dobras aufs Feld. Doch der ehemalige Champions-League-Held der Wiener Austria brachte nicht den gewünschten Effekt. Kusmin zerstörte schließlich Sturms Aufstiegshoffnungen endgültig. Wie schon bei den drei Gegentoren im Hinspiel sah die Grazer Abwehr dabei nicht gut aus. (APA, 6.8.2015)

Qualifikation zur Fußball-Europa-League, 3. Runde, Rückspiel: Rubin Kasan – SK Sturm Graz 1:1 (0:0). Kasan, Zentralstadion, 10.000 Zuschauer, SR Liany (ISR).

Torfolge: 0:1 (68.) Tadic

1:1 (85.) Kusmin

Kasan: Rischikow – Kusmin, Kwerkwelia, Lemos, Nabiullin (78. Batow) – Kambolow, Georgiew – Djadjun (60. Kanunnikow), Osdojew, Karadeniz (89. Cotugno) – Portnjagin

Sturm: Esser – Potzmann, Spendlhofer, Madl, Lykogiannis (45.+2 Ehrenreich) – Kamavuaka, Offenbacher – Schick, Dobras (80. Kienast), Schmerböck (46. Edomwonyi) – Tadic

Gelbe Karten: Kambolow bzw. Offenbacher

Hinspiel 3:2 – Kasan mit Gesamtscore 4:3 im Play-off um den Einzug in die Europa League, Sturm ausgeschieden.

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Es ist sehr bitter. Es wäre uns fast gelungen, die Überraschung zu schaffen. Die Mannschaft hat im Prinzip sowohl offensiv als auch defensiv ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir sind dann auch zu einem guten Zeitpunkt in Führung gegangen, haben dann noch 25 Minuten Zeit gehabt und alles riskiert. Dass es dann Konterchancen für den Gegner geben wird, war klar – eine davon haben sie dann eben genutzt. Es ist einfach schade für die Mannschaft, dass sie für den Aufwand, den sie heute betrieben hat, einfach nicht belohnt wurde. Ich muss die Mannschaft jetzt aufbauen, wenn man so ausscheidet, ist das nie leicht und total bitter. Das Spiel hat viel Kraft und Substanz gekostet."

Michael Madl (Sturm-Kapitän): "In der Kabine herrschte gerade Totenstille. Wir haben gewusst, dass es ein Duell auf Augenhöhe wird. Jetzt ist die Europacup-Saison leider schon wieder vorbei, wir sind natürlich alle enttäuscht. Wir haben heute teilweise sehr gut gespielt, haben überragende Moral gezeigt."

Lukas Spendlhofer (Sturm-Verteidiger): "Wir sind heute gut gestanden, haben bis auf ein paar wenige Chancen nicht viel zugelassen. Auch das Umschalten von Offensive auf Defensive haben wir, denke ich, nicht schlecht gemacht. Wir sind dann in Führung gegangen und dann wäre es natürlich schön gewesen, wenn wir das Heft noch mehr in die Hand hätten nehmen können. Aber der Gegner hat das weiter gut gemacht. Wir sind natürlich enttäuscht."

  • Ein Kampf, ein Verlierer: Sturm Graz.
    foto: apa/epa/alexey nasyrov

    Ein Kampf, ein Verlierer: Sturm Graz.

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