Grazer UPC-Arena soll saniert werden

6. August 2015, 17:50
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Laut Sturm-Generalmanager Goldbrich Adaptierungen bei Nordtribüne und Servicebereich

Sportlich hat Sturm Graz nach zwei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga vier Punkte Rückstand auf die Austria und Rapid. Auch infrastrukturell drohen die Steirer angesichts der jüngsten Stadion-Offensiven beider Wiener Großclubs den Anschluss zu verlieren. Doch nach monatelangen Verhandlungen soll die Grazer UPC-Arena nun um eine Summe im unteren zweistelligen Millionenbereich saniert werden.

In der inzwischen 18 Jahre alten Heimstätte von Sturm Graz dürfte sich künftig einiges ändern. "Es geht um den Servicebereich für die Fans bis hin zur Kapazitätserweiterung von 2.500 Zuschauern auf der Nordtribüne", erklärte Sturms General Manager Gerhard Goldbrich am Donnerstag vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Rubin Kasan gegenüber der APA – Austria Presse Agentur.

Mehr als fünf Schnitzel machen

Genaue Details des Konzepts samt voraussichtlicher Kosten gäbe es derzeit noch nicht, doch mit den "eigentlich vom Bürgermeister (Siegfried Nagl, Anm.) bereits zugesagten 12 Mio. Euro" (Goldbrich) sollen neben der Erweiterung der Nordtribüne unter anderem die Sanitäranlagen und Gastronomiebereiche saniert sowie auch eine neue Rasenheizung installiert werden.

"Es kommen dann auch noch viele technische Dinge dazu, die man als Fan nicht so wahrnimmt. Etwa, dass der Herr Grössinger seine Schnitzel machen kann, ohne dass nach dem fünften die Stromsicherung fliegt", sagte Goldbrich, um die Sanierungsbedürftigkeit der derzeit 15.400 Zuschauer fassenden Arena zu illustrieren.

Graz ist nicht Wien

Ambitionierte Infrastrukturprojekte, wie das "Tor zur Stadt", wurden in Graz bereits länger diskutiert. Doch während Rapid mit dem Allianz Stadion eine neue Heimstätte baut und die Austria 48 Millionen Euro in ihre Infrastruktur investiert, wurden bei der im Besitz der Stadt Graz stehenden UPC-Arena zuletzt fünf Millionen Euro für Adaptierungszwecke beschlossen. "Wien – nicht nur die Vereine sondern die Stadt – hat früher oder besser erkannt, dass in der heutigen Zeit die Infrastruktur am Erfolg, aber auch in der öffentlichen und touristischen Wahrnehmung einen großen Anteil hat. Graz hat da länger gebraucht, das zu erkennen", sagte Goldbrich.

Doch zuletzt bezeichnete Bürgermeister Nagl den Zustand der UPC-Arena vor allem in Bezug auf Barrierefreiheit gegenüber der "Kleinen Zeitung" als "fast peinlich." Gemeinsam mit Sponsoren will Nagl kolportierte 12 Millionen Euro lukrieren. Ob sich auch Bund und Land daran beteiligen werden, ist derzeit nicht bekannt. Details dazu wird es bei einer in zwei Wochen anberaumten Pressekonferenz der Stadt geben, wie das Büro des Bürgermeisters auf Anfrage der APA mitteilte.

Pachtvertrag erwünscht

Inwieweit sich Sturm am Bauvorhaben beteiligen wird, konnte Goldbrich noch nicht sagen. "Wir zahlen als einziger Mieter ja bereits jetzt eine beträchtliche Summe", sagte Goldbrich, der von Mietkosten "weit im sechsstelligen Bereich" sprach. Auch aufgrund dieser Kosten kommt für Sturm ein Pachtvertrag für das Stadion infrage. "Wir sagen das schon seit zwei Jahren, aber es bewegt sich keinen Millimeter. Wir haben da leider nichts zu sagen."

Ungeachtet der am Ende tatsächlich zustande kommenden Summe, will Goldbrich in Zukunft "den Fans viel mehr Entertainment" im Stadionbereich bieten. "Die Leute sollen wieder gerne ins Stadion gehen und nicht nur vor einem Betonklotz stehen, wo nichts los ist", erklärte Goldbrich.

Dass zum Bundesligaauftakt und auch zuletzt im Hinspiel gegen Kasan die fünfstellige Zuschauermarke nicht übersprungen wurde, führte Goldbrich auf die mangelnde Attraktivität der Gegner (Admira, Grödig, Kasan) und die Ferienzeit zurück. "Wir haben in der vergangenen Saison Platz zwei in der Zuschauerstatistik zurückerobert, über zehn Prozent mehr Abos verkauft. Ich glaube nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen." (APA, 6.8.2015)

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