Asyl und Integration: An die Zukunft denken statt ins Chaos lenken

Userkommentar7. August 2015, 09:05
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Debatten werden meist auf emotionaler Ebene geführt. Es fehlen rationale Argumente und Schlussfolgerungen

Das Thema "Asyl und Integration" polarisiert. Bei aktuellen Debatten rund um Zeltstädte und Flüchtlingsströme sind von gezieltem Angst-Schüren bis hin zum völligen Ignorieren aller möglicherweise auftretenden Probleme sämtliche Nuancen an Wortmeldungen anzutreffen. Dabei herrscht meist ein Übergewicht der emotionalen Komponente. Auf sachliche Diskussionen mit rationalen Argumenten und Schlussfolgerungen wird oftmals vollkommen verzichtet. Längerfristige Überlegungen, wie man die Neuankömmlinge in die österreichische Gesellschaft integrieren könnte, werden in den Hintergrund gedrängt.

Geeignete Strukturen schaffen

Eines muss klar sein: Ein Mensch, der in der Leere seines Alltags ohne Zukunftsperspektiven gefangen ist, wird sich weniger gut integrieren als eine im staatlichen System verankerte Person, die im besten Falle gut (aus)gebildet ist. Ist es nicht fahrlässig, Menschen aufzunehmen, ohne ihnen geeignete Strukturen bieten zu können?

Hier wäre die Politik gefordert. Sie sollte falsche Entwicklungen erkennen, sich mit ihnen auseinandersetzen und sie analysieren, um dann geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Gelungene Integration ist möglich

Ich habe als Zivildiener gesehen, wie Integration von Menschen unterschiedlichster Herkunft funktionieren kann – vorausgesetzt, beide Seiten beteiligen sich an diesem Prozess. Ich war bei einer Institution, die sich vor allem den Fragen der Aus- und Weiterbildung von Asylwerbern, anerkannten Flüchtlingen und Migranten widmet.

Dort habe ich viel Positives erlebt. Mir wurde schnell klar, dass Bildung und gute Sprachkenntnisse die wohl wichtigsten Eckpfeiler gelungener Integration darstellen. Doch gerade im Bildungsbereich fehlt es leider oftmals an ausreichender finanzieller Unterstützung, die dringend notwendig wäre, um einer möglichst großen Zahl an Asylwerbern einen qualitativ hochwertigen Deutschunterricht bieten zu können.

Deshalb ein Appell an die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft: Denkt bitte nicht nur kurzfristig, sondern zeigt Mut, mit richtigen Aktionen die Dinge auch über einen längeren Zeitraum hinaus in die richtige Richtung zu lenken! (Lukas Sodek, 7.8.2015)

  • Ob in einem jordanischen Flüchtlingscamp oder hier in Österreich – wo Bildung angeboten wird, wird sie auch angenommen. Aber man muss geeignete Strukturen schaffen.
    foto: ap/mohammad hannon

    Ob in einem jordanischen Flüchtlingscamp oder hier in Österreich – wo Bildung angeboten wird, wird sie auch angenommen. Aber man muss geeignete Strukturen schaffen.

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