Arbeitslosigkeit in Griechenland sinkt

6. August 2015, 14:38
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Griechenland hat trotz der schweren Krise die Zahl der Arbeitslosen auf das niedrigste Niveau seit Juni 2012 gedrückt

Athen – Griechenland hat trotz der schweren Wirtschaftskrise die Zahl der Arbeitslosen auf das niedrigste Niveau seit Juni 2012 gedrückt. Nach den jüngsten verfügbaren Daten sank die Quote im Mai auf 25 Prozent, wie das Statistikamt Elstat am Donnerstag in Athen mitteilte. Im April waren es noch 25,6 Prozent gewesen. Trotz der Verbesserung ist die Quote noch immer mehr als doppelt so hoch wie in der Eurozone mit 11,1 Prozent.

Die Wirtschaft in dem Ägäisland war im ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft und damit nach einer Erholungsphase im vorigen Jahr wieder in die Rezession abgerutscht. Die zur Stabilisierung des Finanzsystems Ende Juni eingeführten Kapitalverkehrskontrollen lasten nun zusätzlich auf der Wirtschaft des Landes.

Börse etwas stabilisiert

Etwas stabilisiert hat sich die Lage an der griechischen Börse. Der Athener Leitindex gewann am Donnerstag 3,2 Prozent, der griechische Bankenindex legte in der Spitze 13 Prozent zu. Seit Wochenbeginn hatten die Finanztitel mehr als 60 Prozent an Wert eingebüßt, der Leitindex verlor rund 19 Prozent. Die Berg-und-Tal-Fahrt dürfte wohl noch eine Weile anhalten, prognostizierte ein Börsianer.

Was die Verhandlungen Griechenlands über ein drittes Rettungspaket betrifft, so ist noch vieles offen. Die deutsche Bundesregierung zweifelt einem Medienbericht zufolge an einer raschen Einigung mit Griechenland über ein solches Paket. Da eine Vereinbarung wohl nicht rechtzeitig vor dem 20. August zustande käme, rechne die Bundesregierung mit einer weiteren Brückenfinanzierung, berichtete "Bild" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. Es seien noch viele Fragen im Reformpaket ungeklärt.

Starke Unterstützung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird nach den Worten seines schwedischen Vertreters Thomas Östros im Herbst über eine Beteiligung an einem neuen Hilfsprogramm entscheiden. Es gebe eine "starke" Unterstützung für eine solche Beteiligung, sagte er der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter" (Donnerstagausgabe). Es bestehe die Gefahr, dass ein neues Hilfspaket lediglich den Tag der Abrechnung hinauszögere, wenn Griechenland nicht schmerzhafte Reformen angehe. Die griechische Regierung müsse das Problem anerkennen, dies sei noch nicht der Fall.

Die Europäische Kommission hatte am Freitag erklärt, der IWF beteilige sich in vollem Umfang an den Gesprächen mit den internationalen Gläubigern. Die "Financial Times" berichtete unter Berufung auf das Protokoll eines IWF-Vorstandstreffens, der IWF könne erst dann offiziell an den Gesprächen teilnehmen, wenn Griechenland umfassenden Reformen zugestimmt habe. (Reuters, APA, red, 6.8.2015)

  • Auch wenn die Arbeitslosigkeit laut Statistik auf den tiefsten Stand seit 2012 gefallen ist: Mit 25 Prozent bleibt sie dramatisch hoch.
    foto: reuters/kourto

    Auch wenn die Arbeitslosigkeit laut Statistik auf den tiefsten Stand seit 2012 gefallen ist: Mit 25 Prozent bleibt sie dramatisch hoch.

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