Menschenrechtsgruppen fordern Freilassung chinesischer Journalistin

6. August 2015, 11:38
posten

Der Gesundheitszustand der inhaftierten Journalistin hat sich verschlimmert

Peking – Mehrere Menschenrechtsgruppen haben den chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstag zur Freilassung der inhaftierten Journalistin Gao Yu aufgefordert. Grund ist die Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes.

"Verrats von Staatsgeheimnissen"

Die 71-Jährige, die für die Deutsche Welle gearbeitet hatte, war im April wegen "Verrats von Staatsgeheimnissen" zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das hatte heftige Proteste unter anderem von der Regierung in Berlin und der Europäischen Union ausgelöst. Gao solle umgehend und ohne Auflagen freigelassen werden, forderten verschieden Gruppen, die sich für Menschenrechte und Pressefreiheit einsetzen, in einem gemeinsamen Brief, darunter auch Human Rights Watch.

"Dokument Nr. 9"

Die Journalistin, die bis 1999 wegen eines ähnlichen Vorwurfs sechs Jahre in Haft gesessen hatte, durfte in China schon lange nicht mehr publizieren. Gao schrieb aber für ausländische Medien. Ihr wurde vorgeworfen, ein "hoch vertrauliches Dokument" an Kräfte im Ausland weitergegeben zu haben. Beobachter meinten, es könne sich um das "Dokument Nr. 9" gehandelt haben. Darin wird vor den Gefahren einer Pressefreiheit nach westlichem Vorbild und universellen Menschenrechten gewarnt. (APA/dpa, 6.8.2015)

  • Protest für die Freilassung der Journalistin Gao Yu.
    foto: ap/kin cheung

    Protest für die Freilassung der Journalistin Gao Yu.

Share if you care.