68. Filmfestival Locarno eröffnet

6. August 2015, 12:37
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Mehr als 8.000 Gästen auf der Piazza Grande – Ehrenpreis an US-Star Norton

Locarno – Mit der Vergabe eines Ehrenpreises an den US-Schauspieler Edward Norton (45/"Birdman") ist am Mittwochabend das Filmfestival im schweizerischen Locarno eröffnet worden. Norton nahm die Auszeichnung vor mehr als 8.000 Gästen auf der Piazza Grande, dem Marktplatz des malerischen Ortes am Ufer des Lago Maggiore, entgegen. Der "Excellence Award Moët & Chandon" wird an Schauspieler vergeben, die mit ihrem "einzigartigen Beitrag" das Kino bereichert hätten.

Als erster Film des diesjährigen Festivals von Locarno lief anschließend "Ricki and the Flash" von Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer"). In dem Drama mit komödiantischem Einschlag spielt Meryl Streep eine Rocksängerin fortgeschrittenen Alters.

Brücken bauen

Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter in Locarno, betonte zur Eröffnung die gesellschaftskritische Ausrichtung des diesjährigen Festivals. Das Kino könne wesentlich zum Verständnis der komplizierten Gegenwart beitragen und Brücken zwischen den Kulturen bauen. Anders als seine Vorgänger setzt Chatrian nahezu ausschließlich auf anspruchsvolles Arthaus-Kino.

Zu den Prominenten, die zur Eröffnung des Filmfestivals kamen, gehörten Senta Berger und Udo Kier. Berger besucht das Festival, um die Retrospektive mit Filmen des legendären Hollywood-Regisseurs Sam Peckinpah zu begleiten. 1965 hatte sie einen großen Erfolg in dessen Western "Sierra Charriba". Ihr Kollege Udo Kier ("Nymphomaniac II") sitzt in der Jury, die über die Vergabe des Goldenen Leoparden entscheidet.

Österreichische Beiträge

Insgesamt 179 Lang- und 87 Kurzfilme aus 50 Ländern sind von 5. bis 15. August in Locarno zu sehen, darunter drei österreichische Produktionen. So wird Burgtheater-Schauspieler Johannes Krisch am Samstag gemeinsam mit Regisseurin Elisabeth Scharang und Co-Darstellerin Corinna Harfouch die Weltpremiere von "Jack" auf der Piazza präsentieren. In Scharangs mit fiktiven Elementen angereichertem Psychogramm ist Krisch als legendärer Mörder und einst von der Wiener Schickeria gefeierter "Häfnpoet" Jack Unterweger zu sehen, während Harfouch eine der zahlreichen Unterweger-Geliebten verkörpert.

Außerdem läuft die österreichisch-portugiesische Koproduktion "O que resta" von Jola Wieczorek im Kurzfilmwettbewerb. Jakob Brossmanns "Lampedusa in Winter", eine Doku über den Alltag auf der italienischen "Flüchtlingsinsel", ist in der 26. Auflage der unabhängigen Kritikerwoche vertreten. Im Hauptwettbewerb war Österreich zuletzt 2012 vertreten, damals mit "Der Glanz des Tages" und "Museum Hours" sogar zweifach. Der Hauptpreis des Festivals wird am 15. August vergeben. (APA, red, 5.8.2015)

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