Großer römerzeitlicher Fund in Sofia, ursprünglicher Zweck unklar

5. August 2015, 17:57
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Archäologen stoßen auf Mauerreste, die zu einem Palast oder auch einem Bad gehört haben könnten

Sofia – Antike Funde in Bulgariens Hauptstadt Sofia stellen die Archäologen vor ein Rätsel: Die nun ans Licht gekommenen Mauern im Stadtzentrum könnten den Experten zufolge Teile des Schlosses des römischen Kaisers Konstantin des Großen sein – oder aber Reste eines öffentlichen Bades aus der Römerzeit.

Vize-Bürgermeister Todor Tschobanow, selbst ein Archäologe, sagte, dass es sich jedenfalls um eines der größten altrömischen Gebäude im heutigen Bulgarien handele. Das Bauwerk sei etwa 70 Meter breit gewesen; seine Mauern waren gut zwei Meter dick. Die Ausgrabungen hatten erst vor zwei Wochen begonnen.

Historische Stätte

Archäologen haben es leicht im Zentrum von Sofia, dem einstigen Serdica: Die Reste der antiken Mauern wurden fast unmittelbar unter der Oberfläche des zentral gelegenen Platzes vor der orthodoxen Kirche Sweta Nedelja (Heilige Nedelja) entdeckt. Dort wurden auch Münzen, Glasstücke und Fragmente aus Marmor gefunden, sagte die Leiterin der Ausgrabungen, Wesselka Kazarowa. Das antike Gebäude sei mehrmals umgebaut worden.

Serdica hatte sich im 2. Jahrhundert zu einer wichtigen Metropole entwickelt. Der römische Kaiser Konstantin I. (Regierungszeit 306 – 337) verließ Serdica allerdings, als er sich für das nach ihm benannte Konstantinopel als Hauptstadt des oströmischen Reiches entschied. Historische Bedeutung hat die Stadt als Austragungsort der 342/343 abgehaltenen Reichssynode von Serdica. Das Scheitern dieser Synode gilt als eine der Ursachen für die spätere Spaltung der Kirche. (APA/red, 5. 8. 2015)

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