Arabische Liga kritisiert türkische Luftangriffe

5. August 2015, 16:17
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Araby: Ankara soll Souveränität Bagdads respektieren – Doha erklärte uneingeschränkte Solidarität mit Türkei

Kairo/Doha – In der Arabischen Liga ist ein Streit über den Umgang mit den türkischen Luftschlägen im Nordirak ausgebrochen. Der Generalsekretär des Bündnisses, Nabil El-Araby, erklärte am Mittwoch über den online-Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Liga die türkischen Bombardements missbillige und Ankara aufrufe, die Souveränität des Iraks zu respektieren.

Das Außenministerium des Golfemirats Katar kritisierte Araby. Dessen Kritik sei vor der Veröffentlichung nicht mit den Liga-Mitgliedern diskutiert worden, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur QNA verbreiteten Mitteilung. Katar bekräftigte zugleich seine uneingeschränkte Solidarität mit der Türkei.

Unterstützung der Muslimbrüder als Gemeinsamkeit

Die Türkei und Katar verbindet seit einigen Jahren deren politische Unterstützung der ägyptischen Muslimbrüder, die von anderen arabischen Ländern wie Saudi-Arabien oder Ägypten als Terroristen bekämpft werden.

Nach einem von Ankara der jihadistischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) zugeschriebenen Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf den IS in Syrien geflogen, zuletzt hatte Ankara angekündigt, mit den USA die Offensive gegen den IS auszuweiten. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sprach von einem "umfassenden" Vorgehen gegen die Extremisten in Syrien, das "bald" beginnen werde, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch.

Sehr viel häufiger griffen türkische Kampfjets seit Beginn der Luftschläge Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in der Türkei verboten ist, im Nordirak an. (APA, 5.8.2015)

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