Forscher beklagen einseitige Glorifizierung des Jetsettens

9. August 2015, 18:34
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Von Stress bis zu Thrombosen und Einsamkeit: Englisch-schwedische Studie bewertet den Jetset-Lifestyle als alles andere als glamourös

Surrey/Lund – Der Begriff "Jetset" kam in den 1950er Jahren auf, als Linienflüge es ermöglichten, von einem schicken Ort zum nächsten zu reisen. Anders als heute im Billigflugzeitalter konnte sich das damals aber noch bei weitem nicht jeder leisten – wer dazu finanziell imstande war, der gehörte eben zum ebenso bewunderten wie beneideten Jetset.

Das ist lange her, aber das damals geprägte Bild wirkt offenbar immer noch nach. Das beklagen englische und schwedische Forscher in einer aktuellen Studie. Das Team um Scott Cohen von der Universität Surrey konstatiert, dass herkömmliche Massenmedien ebenso wie die neuen sozialen Medien ein verzerrtes Bild von Fernreisen zeichnen: Ein "hypermobiler" Lebensstil werde immer noch mit höherem Status assoziiert.

"Von glamourös weit entfernt"

Was dabei weitestgehend unter den Tisch falle, sei die "dunkle Seite" von Fernflügen: Jetlag und Störung des Schlafrhythmus, erhöhtes Thromboserisiko und stärkere Strahlenbelastung, sowie Stress, Einsamkeit und die Trennung von Familien- und Freundesnetzwerken. Und das sind nur die medizinischen bzw. psychischen Auswirkungen – auf das Thema Umweltbelastung durch Vielfliegerei geht Cohen nur am Rande ein.

"In diesem Kontext scheint Hypermobilität von glamourös weit entfernt zu sein", resümiert Cohen. Die Forscher plädieren daher dafür, negative Langzeitauswirkungen des Viel- und Fernreisens stärker öffentlich zu machen. (red, 9. 8. 2015)

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