Geheimversteck einer vertriebenen deutschen Familie entdeckt

5. August 2015, 13:22
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Bei der Öffnung nach 70 Jahren kamen vor allem Alltagsgegenstände zu Tage

Prag – 70 Jahre nach der Vertreibung haben Historiker im tschechischen Libouchec einen Fund gemacht. Eine deutsche Familie hatte ihre und anderer Leute Habseligkeiten in einem geheimen Versteck im Dach ihrer Villa verborgen. Dort lagen sie unberührt, bis der Sohn der Familie nun das Geheimnis verriet. Die mehr als 100 Päckchen werden nun im Stadtmuseum von Ústí nad Labem (Aussig) geöffnet.

"Das ist eine große Bereicherung für unsere Sammlung", sagte Museumsdirektor Vaclav Houfek am Mittwoch. "Wir dachten, dass wir nach einiger Zeit in unser Haus zurückkehren würden", erinnerte sich Rudi Schlattner, der damals 13 Jahre alt war. Für Schlattner war es nicht ganz einfach, den nur mit einem Faden markierten Hohlraum nach all den Jahren wiederzufinden. "Als er dann an dem Faden zog, gaben zwei Bretter nach, und dahinter kam das Versteck voller Sachen zum Vorschein", sagte Museumskurator Tomas Okurka.

Als bisher wichtigster Fund gilt ein Landschaftsgemälde des Malers Josef Stegl (1895-1966) aus Decin. Unter den Fundstücken sind Alltagsgegenstände wie Schulhefte der Kinder, Einmachgläser und Damenhüte, aber auch Zeitungen aus der Kriegszeit und eine Geschenkausgabe von Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf". Das Museum will die Fundstücke später in einer Ausstellung zeigen. (APA, 5. 8. 2015)

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