Obst und Gemüse aus Bio-Anbau besteht Pestizidtest

5. August 2015, 12:36
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24 der 25 getesteten Bio-Proben enthielten keinerlei nachweisbare Pestizidrückstände

Wie schadstofffrei ist Bio? Global 2000 testete in Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober 25 biologisch und 29 konventionell erzeugte Obst- und Gemüse-Produkte von Supermärkten, Biomärkten und Ab-Hof-Vermarktern auf Pestizidrückstände. Das Ergebnis ist erfreulich: 24 der 25 getesteten Bio-Proben enthielten keinerlei nachweisbare Pestizidrückstände. Nur im Fall einer zu Unrecht als "bio" deklarierten Avocado-Probe aus Peru waren Spuren eines Pestizids zu finden.

Schadstoffe in konventionellen Produkten

Anders sah es bei den konventionellen Erzeugnissen aus: Hier ließen sich in allen Produktgruppen Rückstände von Pestiziden nachweisen, im Fall einer Probe ungarischer Marillen sogar über dem gesetzlichen Höchstwert.

In Summe konnten die Analytiker in den 29 untersuchten konventionellen Erzeugnissen 37 verschiedene Pestizidwirkstoffe finden, darunter auch zehn Pestizide, die im Verdacht stehen, als sogenannte "endokrine Disruptoren" das Hormonsystem negativ zu beeinflussen. Die meisten Produkte wiesen Mehrfachbelastungen auf. So ließen sich in Äpfeln und Ribiseln bis zu neun verschiedene Pestizidwirkstoffe in einem Produkt finden.

Ribiseln als negative Spitzenreiter

Auffallend war auch, wie sehr die mengenmäßige Belastung durch Pestizide zwischen den verschiedenen Produktgruppen variiert. Negative Spitzenreiter waren hier konventionelle Ribiseln aus Österreich sowie importierte Orangen mit einer durchschnittlichen Pestizid-Gesamtbelastung von je 1,4 mg/kg, gefolgt von importierten Zitronen und Birnen mit einer Pestizidbelastung von 0,98 mg/kg bzw. 0,92 mg/kg.

Erfreulich niedrige Belastungen fanden wir hingegen bei österreichischem Gemüse: Die Rückstandsbelastung von Karotten und Häuptelsalat aus konventioneller Produktion lag mit 0,014 mg/kg bzw. weniger als 0,005 mg/kg im Spurenbereich.

"Die von uns untersuchten Bioprodukte sind im Durchschnitt rund 100-mal weniger mit Pestiziden belastet als die konventionellen. Dieses Ergebnis stellt der Qualität von Biowaren im österreichischen Handel ein sehr gutes Zeugnis aus", zog Helmut Burtscher, Umweltchemiker von Global 2000, als Fazit.

Ökomonitoring kommt zu ähnlichen Ergebnissen

Auch passen die Daten sehr gut zu dem Gesamtbild, das die seit 2002 in Deutschland jährlich publizierten Ökomonitorings zeichnen. Auch dort bewegten sich die durchschnittlichen Pestizidbelastungen von konventionellen Produkten über die Jahre recht konstant zwischen 0,4 mg/kg und 0,6 mg/kg, während biologisches Obst und Gemüse je nach Untersuchungsjahr um das 40- bis 200-Fache geringer belastet war.

In Österreich werden vergleichbare Untersuchungen leider bislang von Lebensmittelbehörden nicht durchgeführt bzw. nicht publiziert, obwohl gerade in Österreich die Biolandwirtschaft einen hohen Stellenwert hat und biologische Erzeugnisse bei den KonsumentInnen sehr beliebt sind.

Mögliche gesundheitliche Risiken

Zehn der 37 nachgewiesenen Pestizide stehen im Verdacht, sogenannte "Endokrine Disruptoren" zu sein. Das sind hormonell wirksame Chemikalien, die bereits in sehr geringen Konzentrationen hormonelle Steuerungsprozesse im Organismus beeinträchtigen können und von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Formen von Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Zivilisationskrankheiten in Zusammenhang gebracht werden. (july, 5.8.2015)

  • Kein gutes Zeugnis für konventionell produzierte Ribiseln.
    foto: apa/martin gerten

    Kein gutes Zeugnis für konventionell produzierte Ribiseln.

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