Wie Elternkarenz am besten klappt

5. August 2015, 11:49
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Dass sich Partnerschaftlichkeit für alle lohnt, zeigt eine aktuelle Dissertation an der Wiener Wirtschaftsuni. Und wieder: Die nordischen Staaten sind Vorbild

Elternkarenzmodelle in Europa unterschieden sich stark. Den nordischen Staaten, die familienpolitisch als Musterländer gelten, stehen Ländern mit langen schlecht oder sogar unbezahlten Karenzzeiten gegenüber.

Die verschiedenen Modelle und deren Auswirkungen auf die Aufteilung zwischen bezahlter Arbeit und Hausarbeit von Müttern und Vätern hat sich Helene Dearing vom Institut für Sozialpolitik (Wirtschaftsuni Wien) in ihrer Doktorarbeit angesehen.

Dearing: "Ich habe mir angesehen, wie sich verschiedene Formen von Elternkarenz auf die Gleichstellung der Frauen auswirken. So stehen beispielsweise in Island neun Monate gut bezahlte Karenz zur Verfügung, wobei drei Monate davon für die Väter reserviert sind. Das sich dieses Modell rentiert, zeigen die Zahlen: Fast 84 Prozent aller isländischen Väter gehen in Karenz".

Die nordischen Länder sind aufgrund ihrer guten Elternkarenzmodelle "Musterländer". Ein Teil der Karenz ist jeweils für die Väter reserviert. "Ein starkes Instrument, um Väter vermehrt zu involvieren und gleichzeitig besonders gut für die Karrieren der Mütter", weiß die Forscherin.

Mittelmäßig in Österreich

Österreich rangiert hier eher im unteren Mittelfeld, da es weiterhin – neben einer kurzen und gut bezahlten – auch eine sehr lange und schlecht bezahlte Karenzvariante anbietet. Problematisch ist vor allem, dass die Bezahlung über die Dauer des Arbeitsplatzschutzes hinausgeht.

In Ländern, die nicht allzu lange Karenzzeiten bei guter Bezahlung anbieten und einen Teil davon für Väter reservieren, funktioniert auch die Aufteilung zwischen Haus- und bezahlter Arbeit besser.

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Sozialpolitische Einflüsse

Dass unterschiedliche Karenzmodelle nicht der einzige Faktor für die Karrieren der Frauen und die Arbeitsaufteilung zwischen den Paaren sind, sondern auch Kinderbetreuungs-institutionen und Arbeitszeitmodelle eine große Rolle spielen, hat Helene Dearing zum Anlass genommen, um ein weiteres Forschungsprojekt zu starten. Mit Hilfe des Maria Schaumayer-Stipendium für Wiedereinsteigerinnen wird sie damit demnächst starten. (red, 5.8.2015)

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