Japan verstimmt über NSA-Überwachung

5. August 2015, 10:00
posten

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe rief laut Medien US-Vizepräsident Biden auf, Vorwürfen nachzugehen

Der Abhörskandal um den Geheimdienst NSA sorgt nun auch beim Sicherheitspartner Japan für Verstimmung. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe rief laut Medien US-Vizepräsident Joe Biden am Telefon auf, Vorwürfen nachzugehen, wonach Washington auch die japanische Regierung sowie Unternehmen ausspioniert hat.

Infos von Wikileaks

Abe habe eine Erklärung verlangt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte Dokumente veröffentlicht, die belegen sollen, dass der Geheimdienst Telefongespräche unter anderem des Kabinettsbüros, der Bank von Japan, des Finanz- und Handelsministeriums sowie großer Handelshäuser abgehört haben.

Militäreinsätze an der Seite der USA erlaubt

Die USA und Japan sind enge Sicherheitspartner. Die Beziehungen ihrer Länder seien auf "historischem Niveau", betonten Abe und Biden nach Angaben von Kyodo. Vor dem Hintergrund des erstarkenden Chinas hat die japanische Regierung kürzlich eine weitreichende Sicherheitsreform auf den Weg gebracht, die erstmals Militäreinsätze an der Seite der USA im Ausland erlaubt. Dies stellt eine Abkehr von Japans Pazifismus der Nachkriegszeit dar. (APA, 5.8. 2015)

  • Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe
    foto: apa

    Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe

Share if you care.